Der Scaleup Europe Fund ist mit fünf Milliarden Euro der bislang größte Fonds seiner Art in Europa. Der Europäische Innovationsrat (EIC) wählte am 18. Mai 2026 den schwedischen Finanzinvestor EQT als Verwalter aus, berichtet Dealroom (übersetzt). Wie das Branchenportal Sifted am 30. September meldet, kann der Fonds offenbar auch in Unternehmen aus Großbritannien und in Einzelfällen den USA investieren; Einzelheiten dazu liegen der Redaktion nicht vor.
Zur Kapitalstruktur: Eine Milliarde Euro stammt vom EIC, also aus öffentlichen Mitteln. Weitere 1,5 Milliarden Euro kommen von privaten Investoren, darunter Novo Holdings, CriteriaCaixa, Santander mit Mouro Capital, der Pensionsverwalter APG und die schwedische Familie Wallenberg. Hinzu kommt eine nach Angaben von Dealroom erhebliche Zusage von EQT selbst. Der EIC will den Fonds mittelfristig auf bis zu 25 Milliarden Euro ausbauen. EQT verwaltet nach eigenen Angaben insgesamt 269 Milliarden Euro und setzte sich gegen Finalisten wie die Londoner Gesellschaft Atomico durch.
Investiert werden soll in Technologien, die EQT als strategisch wichtig einstuft: künstliche Intelligenz, Quantencomputing, saubere Energie, Raumfahrt, Dual-Use-Technologien sowie Biotechnologie und medizinische Innovation. Zugelassen sind Unternehmen aus der EU und assoziierten Staaten; sie müssen laut Dealroom Hauptsitz und Kernaktivitäten in Europa behalten.
Die erste Beteiligung gab EQT am 5. August 2026 bekannt: Der Fonds führt gemeinsam mit anderen die Finanzierungsrunde des finnischen Satellitenbetreibers ICEYE an. Die Runde umfasst eine Milliarde Euro, davon 450 Millionen Euro frisches Kapital in einer Series F bei einer Bewertung von über zehn Milliarden Euro. EQT-Partner Victor Englesson sagte (übersetzt), die erste Investition zeige, wofür der Fonds geschaffen wurde: ambitionierte europäische Gründer, die weltweit konkurrenzfähige Unternehmen aufbauen.
Für Health-Tech- und Biotech-Gründer ist der Fonds erst einmal ein Signal; Investitionen in Gesundheitsunternehmen sind bislang nicht bekannt. Wer große Wachstumsrunden plant, sollte prüfen, ob die Anforderungen an Sitz und Kernaktivitäten in Europa zum eigenen Geschäftsmodell passen und welche Bedingungen mit öffentlichen Mitteln verbunden sind.
Einordnung: Europa fehlt vor allem Kapital für späte Runden, in denen Biotech- und Medizintechnikfirmen oft nach den USA ausweichen. Der Fonds kann diese Lücke verkleinern, aber nur für Unternehmen, die in Europa verankert bleiben. Ob Gesundheitsfirmen tatsächlich zum Zug kommen, zeigen erst die nächsten Beteiligungen.











