Der US-Konzern Eli Lilly hat in einer Phase-2-Studie mit einer Kombination aus seinem GLP-1-Präparat Zepbound und dem Amylin-Kandidaten Eloralintide deutliche Gewichtsabnahmen erzielt. Nach 48 Wochen verloren Teilnehmende mit Adipositas und Typ-2-Diabetes, die die höchste Dosis der Kombination weiter einnahmen, 23,3 Prozent ihres Körpergewichts. Hohe Abbruchraten könnten jedoch Fragen zur Verträglichkeit aufwerfen. Die Daten wurden auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) vorgestellt. (Aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst.)
Die Zahlen
Zum Vergleich: Wer nur Zepbound erhielt, verlor 14,8 Prozent, unter der höchsten Dosis Eloralintide allein waren es 11,1 Prozent. Bemerkenswert ist das Ergebnis, weil Menschen mit Diabetes unter diesen Medikamenten in der Regel weniger abnehmen als Menschen ohne. Die Prozentwerte beziehen sich auf Teilnehmende, die die Behandlung bis zum Ende fortführten; das erklärt, warum die Abbruchquote für die Einordnung wesentlich ist.
Eloralintide wirkt auf das Hormon Amylin, das die Sättigung beeinflusst und die Magenentleerung verlangsamt. Zepbound enthält Tirzepatid und aktiviert zwei Hormonrezeptoren, GLP-1 und GIP. In einer früheren Studie in Phase 1 brachte die Zugabe von 3 Milligramm Eloralintide zu 5 Milligramm Tirzepatid nach 16 Wochen 17 Prozent Gewichtsverlust gegenüber 10 Prozent mit Tirzepatid allein.
Wettlauf um die nächste Generation
Lilly arbeitet an der nächsten Generation von Adipositasmitteln und testet verschiedene Kombinationen von Zepbound mit Eloralintide. Amylin gilt in der Branche als aussichtsreiche Zielstruktur, mehrere Unternehmen verfolgen entsprechende Programme. Detaillierte Angaben zur Zahl der Teilnehmenden, zu den Abbruchgründen und zu Nebenwirkungen liegen in den hier verwendeten Quellen nicht vor.
Einordnung
Die Wirkung ist hoch, doch ein Wirkstoff, den viele Patienten absetzen, verliert im Alltag Teile seines Nutzens. Für Kostenträger und Versorger kommt es darauf an, wie viele Menschen die Therapie über Jahre durchhalten; das bestimmt Preis-Leistungs-Rechnung und Bedarf an begleitenden Programmen. Ob die Kombination in Phase 3 überzeugt, zeigt sich erst mit größeren Studien und vollständigen Verträglichkeitsdaten.











