Leistungsbasierte Verträge sind im US-Einkauf digitaler Gesundheitsanwendungen Standard geworden: 68 Prozent der befragten Arbeitgeber und 55 Prozent der Krankenversicherer nutzen sie. Das zeigt eine am 30. September 2026 veröffentlichte Erhebung des Peterson Health Technology Institute (PHTI) unter 321 Fachleuten, die für Einkauf und Verträge bei Versicherern, Arbeitgebern und Gesundheitssystemen zuständig sind.
In diesen Verträgen hängt ein Teil der Vergütung davon ab, ob der Anbieter vereinbarte Ziele erreicht, etwa bei Nutzung oder Gesundheitsergebnissen. Bei 85 Prozent der Verträge sind mindestens 25 Prozent der Gebühren an solche Kennzahlen gebunden, bei 31 Prozent sogar mehr als die Hälfte. Der Bericht behandelt unter anderem Einkaufsstrategie, den Einsatz künstlicher Intelligenz und geplante Investitionen. In Gesundheitssystemen haben 71 Prozent Werkzeuge für klinische Dokumentation oder Ambient Scribing im Einsatz, also Software, die Arztgespräche automatisch mitschreibt; 41 Prozent betreiben sie unternehmensweit.
Wo es hakt
Die größten Hürden liegen in den Daten. 45 Prozent der Käufer haben Schwierigkeiten, Daten der Anbieter mit eigenen Abrechnungs- und Nutzungsdaten zusammenzuführen. 38 Prozent können die gemeldeten Ergebnisse nicht selbst überprüfen. Wer zahlt, nachdem ein Anbieter Erfolge meldet, kann sie also oft nicht nachrechnen.
Beim Budget zeigt sich eine Abkühlung. 64 Prozent der Käufer haben ihre Ausgaben erhöht, 2024 waren es noch 75 Prozent. 35 Prozent halten sie konstant. Als Gründe für höhere Ausgaben nennen sie Ergebnisse bei der Nutzerbindung (64 Prozent), besseren Zugang (62 Prozent), Kosteneinsparungen (59 Prozent) und gesundheitliche Ergebnisse (56 Prozent).
Für Gründer ist das eine klare Botschaft: Der Verkauf an Versicherer und Arbeitgeber läuft zunehmend über Beweise statt Versprechen. Wer Ergebnisse nur selbst berichtet und keine Schnittstellen zu Abrechnungsdaten der Kunden bietet, verliert im Einkauf. PHTI-Geschäftsführerin Caroline Pearson fordert (aus dem Englischen übersetzt), die Vergütung technikgestützter Betreuung chronisch Kranker solle direkt an klinische Ergebnisse geknüpft werden.
Einordnung: Die Zahlen zeigen einen Markt, der reifer wird und kritischer. Der Rückgang bei den Ausgabensteigerungen von 75 auf 64 Prozent ist kein Einbruch, aber ein Signal, dass der Einkauf selektiver wird. Anbieter, die Ergebnisse transparent belegen und datenseitig prüfbar machen, haben die besseren Karten. Die Erhebung bildet den US-Markt ab; für Deutschland sind die Zahlen nicht übertragbar.











