Finanzierung

Medicare Advantage 2027: Versicherer ziehen sich zurück, Zuzahlungen steigen

Die Bundesbehörde meldet sinkende Prämien, doch die großen Anbieter verkleinern ihre Gebiete und erhöhen Selbstbehalte.

By Christian KloewerPosted 30. September 2026

Vor Beginn der jährlichen Einschreibephase für Medicare am 15. Oktober geben große Versicherer und neue Bundesdaten einen Überblick über das Angebot 2027. Das Bild ist zweigeteilt: Die US-Behörde Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) meldet im Durchschnitt sinkende Prämien, während mehrere Konzerne ihr Geschäft zurückfahren. Medicare Advantage ist die private Variante der staatlichen US-Krankenversicherung für Ältere; die Einschreibung läuft bis zum 7. Dezember 2026. (Aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst.)

Die Bundesdaten

Laut CMS sinkt die durchschnittliche Monatsprämie für Medicare-Advantage-Pläne von 14,37 auf 12,00 US-Dollar, das sind 16,5 Prozent. Die durchschnittliche Part-D-Prämie, also für Arzneimittelabdeckung innerhalb dieser Pläne, fällt um 38 Prozent von 11,32 auf 7 Dollar. Eigenständige Part-D-Pläne verteuern sich leicht von 35,09 auf 36 Dollar. Bundesweit gibt es etwa 5.532 Pläne, nach 5.553 im Vorjahr. Mehr als 99 Prozent der Versicherten haben Zugang zu mindestens einem Plan, 97 Prozent können unter mindestens zehn wählen. Die Behörde erwartet 2027 rund 34 Millionen Versicherte in Medicare Advantage, 47,4 Prozent aller Medicare-Versicherten.

Die Anbieter

Die Verteilung der Anbieter verschiebt sich. Humana ist künftig in 2.694 Countys vertreten (plus 1 Prozent), UnitedHealthcare in 2.534 (minus 2 Prozent), Aetna in 1.980 (minus 5 Prozent), Centene in 1.387 (minus 20 Prozent) und Elevance Health in 974 (minus 5 Prozent). Molina Healthcare steigt aus dem individuellen Medicare-Advantage-Geschäft aus. UnitedHealthcare erweitert HMO-Pläne von 6.462 auf 7.009, reduziert die Gesamtzahl seiner Einzelpläne aber von 12.421 auf 11.734.

Die Höchstgrenzen für Eigenanteile steigen im Branchenschnitt um 9,1 Prozent, bei Centene um 16,1 und bei Clover Health um 28,5 Prozent. Analysten sehen Anbieter, die Leistungen kürzen, Zuzahlungen anheben, PPO-Pläne aus dem Angebot nehmen und Vermittlerprovisionen begrenzen.

Bei Pläne für chronisch Kranke, sogenannte C-SNPs, wächst das Angebot: Humana kommt in Pennsylvania, Utah und Wisconsin hinzu, Elevance baut C-SNPs und D-SNPs aus, Alignment Healthcare erweitert in zehn zusätzliche Countys.

Einordnung

Der Markt wird enger, weil die Kosten steigen. Für Anbieter von Care-Management und Datenlösungen sind spezialisierte Pläne für chronisch Kranke interessant, während der Rückzug aus Regionen die Verhandlungsposition von Leistungserbringern verändert. Ob die niedrigeren Durchschnittsprämien die höheren Selbstbehalte aufwiegen, lässt sich erst nach der Einschreibephase beurteilen.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

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