Ende September haben in Washington zwei Treffen die Zukunft der US-Gesundheitsdaten verhandelt: die Health Datapalooza von AcademyHealth am 24. und 25. September und der Open Data Summit des MAHA Institute. Die Datapalooza fragte unter dem Motto „From Proof to Practice: Impact at Scale“, wie sich der Nutzen von KI belegen lässt. Auf dem Summit ging es um die Zusammenführung von Gesundheitsdaten und die Rolle von KI in der Regierungspolitik.
Die Datapalooza fand im Ronald Reagan Building and International Trade Center statt. Co-Vorsitzende waren Andrew Ibrahim, Chief Clinical Officer beim KI-Unternehmen Viz.ai, und Kat McDavitt, Präsidentin der Beratung Innsena. Das Programm begann mit einem Plenum zur Finanzierung von KI im Gesundheitswesen und endete mit einem Plenum zu Datenanwendungen in ländlichen Regionen. Dazwischen standen Fragen wie der Ausgleich von Innovation und Datenschutz, das Vertrauen der Patientinnen und Patienten und die Nutzbarkeit von Daten für Entscheider. Die Teilnahme kostete 695 US-Dollar für Mitglieder, 895 Dollar für Nichtmitglieder und 495 Dollar für Studierende.
Der Open Data Summit wurde vom MAHA Institute im Waldorf Astoria ausgerichtet; MAHA steht für „Make America Healthy Again“, das gesundheitspolitische Programm von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. Kennedy sprach über den Einsatz von KI gegen chronische Krankheiten und über die Zusammenführung medizinischer Datensätze. Dan Brillman, der die Programme Medicaid und CHIP leitet, berichtete, dass Medicaid-Versicherte KI zunehmend für Diagnostik und im Alltag nutzen. Weitere Redner kamen aus der Industrie, darunter der Krebsfrüherkennungsanbieter GRAIL und UnitedHealth Group.
Konkreter wurde es bei der Dateninfrastruktur. Diskutiert wurden Health Information Exchanges, also regionale Netze für den Austausch von Patientendaten, sowie sogenannte Health Data Utilities. Die US-Gesundheitsbehörde NIH und der Bundesstaat Nebraska führen eine Pilotstudie zu chronischen Erkrankungen durch. Das Netz CyncHealth aus Nebraska erhält dafür rund 2,4 Millionen US-Dollar an CDC-Mitteln. Das Netz CRISP Health in Maryland lehnte es dagegen ab, Daten an das Gesundheitsministerium weiterzugeben. Jaime Bland, zuvor Chefin von CyncHealth, ist seit diesem Jahr Chief Data Strategist des MAHA Institute.
Kritik gab es an den Sponsoren des Summit, darunter Walmart und GRAIL. Beobachter fragten, ob die Basisbewegung sich kommerzialisiere.
Einordnung: Die Datapalooza steht für die Linie, dass KI in der Versorgung ihren Nutzen belegen muss. Der Summit zeigt, dass die Bundesregierung vor allem Datenbestände bündeln will und dabei auf Kooperation der Länder und regionalen Netze angewiesen ist. Für Anbieter und Investoren entscheidet damit der Zugang zu diesen Datennetzen mindestens ebenso über Marktchancen wie die Qualität der Modelle.











