Legora‑Gründer und CEO Max Junestrand bezeichnet die britische Behandlung von Mitarbeiteraktien als klaren Standortvorteil für eine Expansion nach London: Er nannte die Entscheidung ein „no‑brainer“ (übersetzt: eine Selbstverständlichkeit) und das Umfeld in Schweden „almost impossible“ (übersetzt: nahezu unmöglich), wie am 30. September 2026 berichtet wurde. Legora ist ein Legal‑Tech‑Unternehmen, kein Health‑Tech‑Anbieter; der Fall zeigt aber, wie Aktienprogramme beim Recruiting knapper Fachkräfte und bei der Wahl von Standorten mitentscheiden. Das gilt auch für Health‑Tech‑Gründerinnen und ‑Gründer.
Legora wurde 2023 in Stockholm gegründet und entwickelt mit dem Legora aOS ein „agentisches Betriebssystem für juristische Arbeit“, das Anwältinnen und Anwälte bei Recherche, Prüfung und Entwurf unterstützen soll. Das Unternehmen kündigte an, in London einen Engineering‑Standort aufzubauen, neben denen in Stockholm und New York. Preise werden laut Unternehmenswebsite auf Anfrage genannt.
Die Aussage des CEO bezieht sich auf die unterschiedliche steuerliche Behandlung von Mitarbeiterbeteiligungen in europäischen Ländern. In Großbritannien existiert mit dem Enterprise Management Incentives (EMI)‑Programm ein steuerlich begünstigtes Optionsschema für qualifizierte Unternehmen. Seit dem 6. April 2026 gelten laut britischem Policy Paper zur Erweiterung der EMI‑Grenzen höhere Schwellen: Das Optionsvolumen je Unternehmen steigt von 3 auf 6 Millionen Pfund, die Bruttovermögensgrenze von 30 auf 120 Millionen Pfund und die Mitarbeitergrenze von 250 auf 500 Beschäftigte. Die Ausübungsfrist verlängert sich von 10 auf 15 Jahre, auch rückwirkend für bestehende Verträge. Damit können auch größere Wachstumsunternehmen das Schema nutzen. Rund 5.200 Unternehmen verwalten derzeit EMI‑Optionen.
Es liegt nahe, dass steuerlich begünstigte Optionen die Attraktivität einer Stelle erhöhen, gerade bei technischen und klinischen Rollen, die in Health‑Tech knapp sind. Das ist eine Ableitung, keine in den genutzten Quellen belegte Studienaussage. Daraus können Auswirkungen auf Employer‑Branding, Größe von Equity‑Pools und die Standortwahl für Schlüsselteams folgen.
Operativ bedeutet das: Bei Expansions‑, Holding‑ oder grenzüberschreitenden Anstellungsmodellen sollten Gründerinnen und Gründer frühzeitig steuerliche Rahmenbedingungen und die Auswirkungen auf Vesting‑Perioden, Sozialversicherungspflichten und Abrechnungsprozesse prüfen. Die erweiterten EMI‑Grenzen gehören in Finanzprognosen und Recruiting‑Szenarien.
Einordnung: Die Einschätzung des Legora‑CEO macht einen realen Wettbewerbsfaktor sichtbar: steuerlich begünstigte Aktienprogramme sind ein strategisches Instrument zur Talentbindung. Ob dies breit zu Verlagerungen von Teams führt, hängt von steuerlichen Details, Unternehmensstrategien und individuellen Kompensationsmodellen ab und muss für jeden Fall geprüft werden.











