Health-Tech

Oura verschiebt Börsengang an die Nasdaq wegen Marktunsicherheit

Der Smart-Ring-Hersteller setzt den geplanten Börsengang über bis zu 2,2 Milliarden Dollar aus, obwohl die Nachfrage hoch war.

By Christian KloewerPosted 30. September 2026

Der Hersteller des Gesundheitsrings Oura hat seinen geplanten Börsengang an der Nasdaq am 29. September 2026 verschoben. Als Grund nannte das Unternehmen die Unsicherheit am US-Markt für Börsengänge. Ein neuer Termin ist nicht genannt, Oura will das Angebot aber abschließen, sobald sich die Lage verbessert (laut Gulf News, übersetzt).

Die Eckdaten des Angebots: 50 Millionen Aktien, davon 73 Prozent aus dem Bestand bestehender Aktionäre, zu einer Preisspanne von 40 bis 44 US-Dollar. Das Volumen lag bei rund 2,1 bis 2,2 Milliarden Dollar, die Bewertung bei etwa 14,1 Milliarden Dollar, voll verwässert bei rund 15 Milliarden Dollar, berichten Renaissance Capital und Gulf News. Ticker sollte OURA sein. Preisfindung war für die Woche ab dem 28. September erwartet.

Als Ankerinvestoren hatten sich laut Renaissance Capital Eli Lilly und die Fondsgesellschaft Dragoneer interessiert gezeigt, zusammen mit 400 Millionen Dollar, rund 19 Prozent des Angebots. Die Nachfrage war nach Angaben von Gulf News hoch: Die Zeichnungsaufträge erreichten etwa das Vierfache der verfügbaren Aktien. Oura-Chef Tom Hale sagte (übersetzt): „Wir wollen einen außergewöhnlichen Börsengang für unsere Mitarbeitenden und Investoren, und wir haben den Luxus, unseren Zeitpunkt zu wählen.“ Andere Unternehmen wie Holtec Nuclear und Bamboo Insurance Services verschoben ihre Börsengänge ebenfalls.

Zum Geschäft: Oura vertreibt einen am Finger getragenen Sensor-Ring, der Schlaf, Aktivität, Stress, Herzgesundheit und Frauengesundheit erfasst, verbunden mit einer KI-gestützten App. Die Zahl zahlender Mitglieder stieg laut Renaissance Capital auf 5,0 Millionen, ein Plus von rund 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr; die Bindung nach zwölf Monaten liegt bei etwa 85 Prozent. Der Umsatz der zwölf Monate bis 30. Juni 2026 betrug 1,4 Milliarden Dollar, davon etwa 80 Prozent aus Hardware und 20 Prozent aus Abonnements.

Einordnung: Die Verschiebung ist ein Hinweis auf die Marktlage, nicht auf Schwäche im Geschäft: Nachfrage und Wachstum waren laut Berichten stark. Für Health-Tech-Investoren bleibt interessant, dass vier Fünftel des Umsatzes noch aus Hardware kommen; die Bewertung hängt am Ausbau der Abonnements. Der Termin für einen neuen Anlauf ist offen.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

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