Health-Tech

ElevenLabs verdoppelt Bewertung auf 22 Milliarden Dollar

Ein Aktienverkauf von Mitarbeitenden hebt den Wert des Sprach-KI-Anbieters gegenüber der Finanzierungsrunde vom Februar auf das Doppelte.

By Christian KloewerPosted 30. September 2026

Der Sprach-KI-Anbieter ElevenLabs wird nach einem Tender-Angebot mit 22 Milliarden US-Dollar bewertet und hat seine Bewertung damit gegenüber Februar verdoppelt. Das berichtete das Branchenportal Sifted am 30. September 2026 (übersetzt). Bei einem Tender kaufen neue Investoren Mitarbeitenden und frühen Geldgebern bestehende Anteile ab; frisches Kapital fließt dabei nicht zwingend ins Unternehmen.

Erste Berichte über den geplanten Aktienverkauf gab es laut Dealroom bereits am 3. Juli 2026, damals mit einer erwarteten Umsetzung bis September. Im Februar 2026 hatte ElevenLabs eine Series-D-Runde über 500 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 11 Milliarden Dollar abgeschlossen, angeführt von Sequoia, mit Andreessen Horowitz und ICONIQ als bestehenden sowie Lightspeed, Evantic und Bond als neuen Investoren; Nvidia ist laut Tech.eu strategischer Geldgeber. Bereits im September 2025 hatte es einen Mitarbeiter-Tender gegeben.

Zum Geschäft: Der jährliche wiederkehrende Umsatz (ARR) lag laut Tech.eu Ende 2025 bei über 330 Millionen Dollar; Dealroom spricht von rund 500 Millionen Dollar Anfang 2026. Die Zahlen stammen aus Unternehmens- und Pressequellen und sind nicht unabhängig geprüft. Gründer Mati Staniszewski hat laut Tech.eu erklärt, das Unternehmen arbeite auf einen Börsengang hin. ElevenLabs sitzt in Großbritannien.

Für das Gesundheitswesen ist ElevenLabs vor allem als Technologielieferant relevant. Das Unternehmen bietet auf seiner Webseite Sprachagenten für Praxen, Kliniken und Telefonservices an, etwa für Terminvereinbarung und Patientenanfragen, und bewirbt dabei HIPAA-konforme Telefondienste. Die Finanzierungsmeldung selbst nennt keinen Gesundheitsbezug, und unabhängige Belege für die Wirkung dieser Produkte im klinischen Alltag liegen nicht vor.

Einordnung: Die Verdopplung binnen eines halben Jahres zeigt, wie stark Investoren auf Sprachschnittstellen als Infrastruktur setzen. Für Health-Tech-Gründer heißt das mehr Wettbewerb um Telefon- und Empfangsautomatisierung, für Praxen und Kliniken zunächst mehr Auswahl. Datenschutz nach DSGVO und die Haftung bei Fehlauskünften bleiben die offenen Punkte, bevor solche Agenten breit eingesetzt werden.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

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