Eine Aktionärsklage gegen den US-Krankenversicherer UnitedHealth Group geht weiter. Ein Bundesrichter lehnte am Mittwoch den Antrag des Konzerns ab, Vorwürfe zu verwerfen, er habe 2024 Gewinne in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar aufgebläht, um Schwäche im Medicare-Advantage-Geschäft zu verbergen. Das meldet das Fachmedium STAT. (Aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst.)
Was zugelassen wurde, was nicht
Kläger ist der kalifornische Pensionsfonds CalPERS. US-Bezirksrichter Jeffrey Bryan wies jedoch den größten Teil der Vorwürfe zurück, die Konzernführung habe Anleger über mehrere Geschäftsbereiche getäuscht, um den Aktienkurs künstlich zu stützen. Nach seiner Einschätzung waren die meisten zitierten Aussagen nicht konkret genug oder stellten übliche Werbesprache dar, auf die sich Investoren nicht stützen würden.
Im Zentrum steht der Vorwurf, der Konzern aus Minnesota habe eine rechtswidrige Praxis verschleiert, Medicare-Advantage-Versicherte auf dem Papier kränker erscheinen zu lassen, um mehr Geld vom Staat zu erhalten. CalPERS verwies auf Aussagen des Unternehmens, Hausbesuche hielten Versicherte gesund und Ärzte träfen unabhängige klinische Entscheidungen. Berichte hätten inzwischen gezeigt, dass UnitedHealth bei diesen Besuchen Diagnosen in die Akten eintrug, für die es keine weitere Behandlung gab, und Ärzte per Bonus dazu drängte.
Hintergrund
Medicare Advantage ist die private Variante der staatlichen Krankenversicherung für Ältere in den USA. Die Zahlungen an die Versicherer steigen mit dem dokumentierten Krankheitsgrad der Versicherten, daher ist die Erfassung von Diagnosen finanziell relevant. CalPERS hatte seine Klage im März 2025 eingereicht. Im Sommer 2025 räumte UnitedHealth eine Untersuchung des US-Justizministeriums zu den Abrechnungspraktiken ein. Das Unternehmen betont, 97 Prozent der Diagnosen aus Hausbesuchen seien durch Krankenakten belegt. Das Gericht hat darüber nicht entschieden: Es hat nur beurteilt, ob die Vorwürfe ausreichend begründet sind, nicht, ob sie zutreffen.
Einordnung
Der Beschluss ist ein Zwischenschritt, kein Urteil, und er stärkt die Position des Konzerns bei den meisten Anklagepunkten. Für den Markt zählt der verbliebene Vorwurf, weil er die Qualität von Risikoadjustierungsdaten betrifft, auf der Medicare Advantage beruht. Anbieter von Dokumentations- und Kodierungssoftware sollten damit rechnen, dass Aufsicht und Investoren genauer hinsehen.











