Sanofi und Regeneron erweitern ihre Zusammenarbeit bei Antikörpern gegen immunologische Erkrankungen. Sanofi zahlt 1 Milliarde US-Dollar im Voraus und bis zu 7 Milliarden Dollar an möglichen Meilensteinzahlungen, wie beide Unternehmen am 1. Oktober mitteilten. Anlass ist der Erfolg des gemeinsam entwickelten Präparats Dupixent. (Aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst.)
Was vereinbart wurde
Gegenstand sind vier von Regeneron entwickelte, langwirksame Antikörper. Sie richten sich gegen die Botenstoffe beziehungsweise Rezeptoren IL-13, IL-4 und IL-4Rα; eine Variante ist ein bispezifischer Antikörper, der IL-4 und IL-13 gleichzeitig bindet. Der IL-13-Antikörper REGN20423 befindet sich in Phase 1 bei atopischer Dermatitis, die übrigen drei sollen 2027 in klinische Studien gehen. Zudem hat Regeneron die Option, den Sanofi-Kandidaten Lunsekimig (TSLP/IL-13 bispezifisch) einzubeziehen.
Die Rollen sind klar verteilt: Regeneron führt Forschung und Entwicklung, Sanofi verantwortet den weltweiten Vertrieb. Kosten für Entwicklung und Vermarktung werden zu gleichen Teilen getragen, Gewinne aus den neuen Programmen weltweit im Verhältnis 50 zu 50 geteilt. Die bestehende Gewinnbeteiligung bei Dupixent bleibt unverändert.
Dupixent erhalten nach Unternehmensangaben mehr als 1,5 Millionen Patienten in neun Indikationen. Die Partnerschaft der beiden Konzerne reicht bis 2003 zurück. George Yancopoulos, Chief Scientific Officer von Regeneron, erklärte, man wolle „die nächste Welle der Innovation in der Immunologie“ liefern.
Warum der Zeitpunkt zählt
Dupixent bindet den IL-4-Rezeptor und hemmt damit zwei Signalwege, die bei allergischen Entzündungen eine Rolle spielen. Der Markt für entsprechende Antikörper wird früher oder später durch Patentabläufe unter Druck geraten. Mit langwirksamen Nachfolgern, die seltener gespritzt werden müssten, versuchen beide Partner, die Position im Bereich zu verteidigen. Ob die neuen Kandidaten klinisch überzeugen, ist offen: Die Substanzen stehen am Anfang der Entwicklung, nur eine ist bislang im Menschen getestet.
Einordnung
Die Struktur des Deals ist typisch für Pharma-Allianzen mit etablierten Partnern: hoher Vorab-Betrag, deutlich größere, erfolgsabhängige Summen, hälftig geteiltes Risiko. Für Sanofi ist es eine Wette auf die Fortsetzung eines Erfolgsmodells ohne eigenen Forschungsaufbau; für Regeneron bedeutet es frisches Kapital für die Pipeline. Entscheidend sind nun die klinischen Daten ab 2027, nicht die Zahl der Milliarden in der Ankündigung.











