Healing Breath ist eine Achtsamkeitsübung für Menschen und Gemeinschaften, die Gewalt, Flucht, Ungleichheit oder generationenübergreifende Traumata erleben. Sie besteht aus 13 Schritten, gibt es in drei Fassungen und verspricht ausdrücklich keine Heilung, sondern Halt im Moment. Veröffentlicht wurde sie am 1. Oktober 2026.
Entwickelt hat sie Rose Felix Cratsley, Achtsamkeitslehrerin und Gründerin der gemeinnützigen Organisation Ivy Child International, die achtsamkeitsbasierte Gesundheitsbildung für Kinder, Jugendliche, Familien und Gemeinschaften anbietet. Die Übung folgt einem Akronym: Jeder der 13 Buchstaben von H-E-A-L-I-N-G-B-R-E-A-T-H steht für einen Schritt.
Die Schritte sind körperlich und schlicht: Eine Hand aufs Herz legen, den Atem weich ausströmen lassen, Gefühle da sein lassen, ohne sie zu verändern, Spannungen im Körper wahrnehmen, ein Bedürfnis benennen, etwa nach Ruhe, Erdung oder Verbindung. Am Ende steht ein freundlicher Gedanke an sich selbst. Der Kernsatz lautet sinngemäß (aus dem Englischen übersetzt): „Ich verdiene Fürsorge.“
Drei Fassungen, ein Grundsatz
Es gibt eine Version für Erwachsene, eine vereinfachte für Kinder und eine Anleitung für Eltern, Betreuende und Lehrkräfte mit zehn Hinweisen. Sie raten unter anderem dazu, Wahlfreiheit zu lassen, etwa bei der Haltung der Hände, die Schritte langsam einzuführen und auf den Körper statt auf Leistung zu achten. Alle Gefühle gelten als normal, Ruhe soll nicht erzwungen werden. Schon ein bis zwei Minuten können reichen, regelmäßig wiederholt. Erwachsene sollen mitüben, damit die Übung als gemeinsames Angebot erlebt wird. Außerdem empfiehlt die Anleitung eine kulturell offene Sprache, die nicht unterstellt, dass jedes Bild oder jede Geste für alle passt.
Die Autorin betont, Healing Breath sei keine Lösung für Trauma oder Ungerechtigkeit, sondern ein Begleiter in schwierigen Zeiten. Belastbare Wirkungsnachweise für diese konkrete Übung nennt die Veröffentlichung nicht.
Einordnung: Für Kliniken, Praxen und Schulen ist an dem Angebot weniger die Neuheit interessant als die Form: kostenlos, ohne Hilfsmittel, in Minuten anwendbar und für den Einsatz mit Kindern angeleitet. Das senkt die Einstiegshürde in belasteten Umfeldern, ersetzt aber keine Versorgung. Wer die Übung einsetzt, sollte sie als Ergänzung zu professioneller Hilfe verstehen und bei akuter Belastung an Fachleute verweisen.











