Die National Institutes of Health (NIH) haben die vom US-Kongress für das Haushaltsjahr 2026 bereitgestellten 34 Milliarden Dollar für Forschungsförderung ausgegeben. Zugleich erschwert ein langsamerer und zunehmend intransparenter Vergabeprozess die Arbeit der Forschenden, wie eine Analyse des US-Nachrichtendienstes STAT zeigt. Das Geld fließt, aber es erreicht weniger Projekte.
Ein Treiber ist die Umstellung auf mehrjährige Finanzierung: Die NIH müssen die gesamten Kosten eines Projekts nach einer Vorgabe des Haushaltsamts bereits im ersten Jahr verbuchen, statt Jahr für Jahr zu zahlen. Das Gesamtbudget sinkt dadurch nicht, aber es lassen sich weniger neue Anträge finanzieren. Nach Auswertungen sank die Zahl der Forschenden mit R01-Förderung, der klassischen Projektförderung, von rund 7.720 im Haushaltsjahr 2024 auf 5.885 im Jahr 2025. Die Erfolgsquote bei Forschungsanträgen fiel 2025 auf 13 Prozent nach 19 Prozent im Vorjahr, auf Berechnungen zufolge den niedrigsten Wert seit etwa 30 Jahren. Beim National Cancer Institute sank die Chance einer Bewilligung von etwa eins zu zehn auf eins zu 25. Für 2026 rechnet die Behörde intern mit rund 2.900 weniger neuen Förderungen als im Schnitt der Jahre 2021 bis 2024.
Hinzu kommt politische Steuerung: Seit August 2025 gewichtet die NIH neben der Begutachtung strategische Prioritäten wie chronische Erkrankungen und künstliche Intelligenz; feste Schwellenwerte entfallen. Eine im Februar 2025 verfügte Obergrenze von 15 Prozent für indirekte Kosten ist gerichtlich ausgesetzt. Bis April 2026 wurden 1.392 Förderungen im Wert von 539 Millionen Dollar beendet. Der Kongress hat im Haushalt 2026 Grenzen für mehrjährige Zusagen und Meldepflichten bei Kündigungen festgelegt.
Für die Forschung bedeutet das Planungsunsicherheit. Die NIH sind der wichtigste Geldgeber der biomedizinischen Grundlagenforschung in den USA, auf der viele Medikamente, Diagnostika und Health-Tech-Gründungen aufbauen. Von der gesamten Bundesförderung an Hochschulen stammten im Haushaltsjahr 2023 rund 56 Prozent von der NIH.
Einordnung
Die Ausgabenquote täuscht über die Wirkung hinweg: Entscheidend ist, wie viele Projekte starten. Für Biotech- und Health-Tech-Investoren verschiebt sich das Risiko in die frühe Phase, weil weniger akademische Spin-offs durch öffentliche Mittel vorfinanziert werden. Europäische Förderer und Kapitalgeber könnten davon profitieren, wenn sie Forschende halten, belastbare Zahlen für 2027 liegen aber noch nicht vor.











