Die App memodio ist seit Ende Dezember 2025 im Verzeichnis digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet und damit auf Rezept erhältlich. Sie richtet sich an Menschen mit leichter kognitiver Störung oder Demenz und ist eine von derzeit 58 verschreibbaren DiGA. Ziel ist, Alltagsfähigkeit und kognitive Funktion zu erhalten und damit die Lebensqualität zu sichern.
Was die App behandelt
memodio bietet ein digitales, leitlinienkonformes Behandlungsprogramm. Es kombiniert Gehirntraining, ein Sportprogramm und Ernährungsanpassung mit der Optimierung von Risikofaktoren und der Stärkung sozialer Teilhabe. Der Therapieplan passt sich fortlaufend an das individuelle kognitive und körperliche Leistungsniveau an.
Hinter der App steht die memodio GmbH aus Potsdam, 2021 als Ausgründung der Universität Potsdam und des Hasso-Plattner-Instituts entstanden. Gründer sind Doron Stein, Felix Bicu und Paul Zimmermann. Eine frühe Finanzierungsrunde über 400.000 Euro stammte unter anderem vom HPI Seed Fund, der FMWStiftung und Mosel Ventures sowie von Business Angels.
Der Bedarf ist erheblich: Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben nach gängigen Schätzungen mit Demenz. Medikamentöse Optionen sind begrenzt, nichtmedikamentöse Therapien spielen daher eine größere Rolle. Preis der DiGA und Studienlage nennt die Ankündigung nicht; beides ist im BfArM-Verzeichnis nachzulesen.
Service
- Anwendung: memodio, DiGA für leichte kognitive Störung und Demenz
- Aufnahme ins DiGA-Verzeichnis: Ende Dezember 2025
- Zugang: auf ärztliche oder psychotherapeutische Verordnung; Informationen unter memodio-app.com
Einordnung
memodio erweitert das DiGA-Angebot im Bereich kognitiver Störungen, in dem bereits eine andere App für leichte kognitive Beeinträchtigungen dauerhaft gelistet ist. Für Hausärztinnen und Neurologen ist die App eine zusätzliche Verordnungsoption bei frühen Stadien. Wie viel sie im Alltag bewirkt, wird sich an Nutzung und Studiendaten messen lassen: Bei Demenzprogrammen entscheidet die Adhärenz über den Effekt.











