Digital Health

DigiHubs Gesundheit: 50 Millionen Euro für den Transfer aus der Uniklinik

Sieben Hubs der Medizininformatik-Initiative übertragen erprobte Anwendungen bis 2029 in Praxen, Kliniken sowie Reha- und Pflegeeinrichtungen.

By Christian KloewerPosted 26. Januar 2026

Die Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit (DigiHubs) der Medizininformatik-Initiative (MII) sind in ihre zweite Förderphase gestartet. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert sie mit 50 Millionen Euro; in den Jahren 2025 bis 2029 sollen erprobte digitale Lösungen aus der Universitätsmedizin in die regionale Versorgung übertragen, skaliert und dauerhaft verankert werden. Auftakt war am 14. Januar 2026 in Berlin.

Sieben Hubs, ein Prinzip

Sieben Hubs arbeiten dabei enger zusammen. Ausgangspunkt jedes Hubs ist das Datenintegrationszentrum (DIZ) einer Universitätsklinik, in dem Behandlungsdaten aus verschiedenen Systemen zusammengeführt werden. Von dort binden die Hubs regionale Partner an: Krankenhäuser, Arztpraxen, Reha- und Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste, Forschungseinrichtungen und Krankenkassen. Daten werden in interprofessionellen Teams strukturiert geteilt, qualitätsgesichert verknüpft (Record Linkage, also die Zuordnung von Datensätzen zur selben Person) und in klinische Abläufe überführt.

Als Sprecherin der DigiHub-Initiative wurde Dagmar Krefting von der Universitätsmedizin Göttingen bestätigt, die auch den mitteldeutschen Hub CAEHR leitet. Die Koordination des übergreifenden Projekts liegt bei der TMF, deren Geschäftsführer Sebastian C. Semler sagt: „Daten helfen heilen, wenn sie dort wirksam werden, wo Patientinnen und Patienten versorgt werden.“ Nach der Auftaktveranstaltung stellte Krefting die Initiative Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DESAM) und des Spitzenverbands Fachärzte (SpiFa) vor.

Die Anwendungsfelder reichen von onkologischen Behandlungspfaden bis zur Akut- und Notfallversorgung. Zugleich sollen regionale Versorgungsdaten unter klaren Datenschutz- und Governance-Regeln für Forschung, Qualitätssicherung und Versorgungsplanung nutzbar werden. Der Fokus liegt auf skalierbaren Abläufen, verlässlicher Interoperabilität, Datenschutz und IT-Sicherheit sowie der Anbindung an nationale und internationale Datenräume. In der ersten Phase bereiteten die Hubs den Transfer in Onkologie, Pandemiemanagement und sektorenübergreifender Versorgung vor.

Einordnung

Der Transfer von der Uniklinik in die Fläche ist seit Jahren das Nadelöhr der Digitalisierung: Pilotprojekte gelingen, die Übernahme in Praxen scheitert oft an Schnittstellen und Finanzierung. Dass die Ärzteverbände eingebunden werden, ist ein gutes Zeichen. Für Health-Tech-Anbieter öffnen sich Anknüpfungspunkte, wenn ihre Produkte mit den Standards der Datenintegrationszentren kompatibel sind. 50 Millionen Euro über fünf Jahre für sieben Hubs sind allerdings überschaubar; entscheidend ist, ob die Lösungen danach ohne Projektförderung weiterlaufen.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

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