Im Verzeichnis digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stehen seit Februar 2026 insgesamt 61 verschreibbare Apps. Im Januar kamen Vera und Oviva hinzu, im Februar Axia und Inka. Zuletzt von der vorläufigen in die dauerhafte Aufnahme wechselte Glucura, eine App für Typ-2-Diabetes.
Die vier Neuzugänge
Vera des Herstellers Endo Health aus Chemnitz unterstützt Frauen mit Wechseljahresbeschwerden, die keine Hormone einnehmen. Die App vermittelt evidenzbasierte, leitlinienkonforme Inhalte und Übungen der multimodalen Behandlung sowie Selbstmanagement-Strategien. Sie ist ein Medizinprodukt der Risikoklasse I und nach Presseberichten die erste Menopause-App mit vorläufiger DiGA-Aufnahme, gelistet am 22. Januar 2026. Versicherte laden die App herunter, lassen sich ein Rezept ausstellen und erhalten von der Kasse einen Freischaltcode; üblich sind 90 Tage Nutzung.
Oviva Direkt Bluthochdruck ist eine leitliniengerechte Lebensstiltherapie für Menschen mit Hypertonie. Sie bildet die Basis der Behandlung und kann ergänzend zu Medikamenten genutzt werden; eine gleichzeitige Einnahme lässt sich individuell einstellen. Nach Angaben des Anbieters tragen die gesetzlichen Kassen die Kosten vollständig.
Axia (Applimeda) richtet sich an Menschen mit axialer Spondyloarthritis, einer entzündlichen Gelenkerkrankung vor allem der Wirbelsäule. Die spielerisch gestaltete App leitet zur leitliniengerechten Bewegungstherapie an, motiviert zum Dranbleiben und erleichtert das Krankheitsmanagement mit Erinnerungen, Aufklärungsinhalten und Dokumentation – als Ergänzung zur medikamentösen Therapie.
Inka (Nextec) behandelt die überaktive Blase. Sie bietet personalisierte Therapieinhalte, ein Beckenbodentraining mit Text- und Videoanleitung sowie bei akutem Harndrang Ablenkungsmethoden wie kognitive Übungen und gezielte Muskelanspannung.
Das Verzeichnis ändert sich laufend: Manche DiGA sind zunächst vorläufig gelistet und müssen innerhalb einer Frist den Nutzennachweis erbringen, bevor sie dauerhaft aufgenommen werden. Preise der vier Anwendungen nennt die Mitteilung nicht.
Einordnung
Die Neuzugänge zeigen eine Verschiebung weg von psychischen Erkrankungen hin zu chronischen und körperlichen Indikationen mit hoher Versorgungslücke. Für Praxen wächst damit die Auswahl, aber auch der Aufwand, Evidenz und Aufnahmestatus zu prüfen. Für Hersteller bleibt der Weg von der vorläufigen zur dauerhaften Listung der eigentliche Härtetest.











