Die Joint Commission, die in den USA Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen akkreditiert, hat ein freiwilliges Anerkennungsprogramm für gesunde Verpflegung gestartet. Es heißt „Commitment to Health and Enticing Food“, kurz CHEF, und kennt drei Stufen. Als erste Einrichtung wurde das Tampa General Hospital ausgezeichnet.
Teilnehmen können bereits akkreditierte Organisationen mit Ernährungsangebot: Krankenhäuser, kleine Kliniken auf dem Land (Critical Access Hospitals), Anbieter psychiatrischer Versorgung, Pflegeheime und betreute Wohnformen. Die Einstiegsstufe 3 verlangt grundlegende Bausteine, etwa eine Ernährungsfachkraft und Patientenschulung. Stufe 1 setzt zusätzlich auf anspruchsvollere Beschaffung der Zutaten, starke Rückendeckung der Leitung und Ernährungsförderung im Umfeld der Einrichtung.
Inhaltlich zielen die Kriterien auf drei Punkte: Verantwortung der Leitung gemeinsam mit dem Küchenpersonal, ein pflanzenbetontes, nährstoffreiches Angebot mit weniger Verarbeitetem, zugesetztem Zucker und Salz sowie Schulung, Messung und fortlaufende Verbesserung. Joint-Commission-Präsident Jonathan Perlin sagt (aus dem Englischen übersetzt), gesundes, schmackhaftes Essen solle fester Teil des Qualitätsverständnisses in der Versorgung sein. Als Unterstützung bietet die Organisation Webinare, Newsletter und Beiträge zu Menügestaltung und Einkauf, unter anderem mit dem Koch Geoffrey Zakarian, mit dem das Tampa General Hospital bereits zusammengearbeitet hat. Zu Gebühren liegen keine Angaben vor.
Politischer Rahmen
CHEF reiht sich in einen Vorstoß der US-Regierung ein. Im Juli 2026 riefen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und CMS-Chef Mehmet Oz Krankenhäuser dazu auf, den freiwilligen „Make Hospital Food Healthier Pledge“ zu unterzeichnen; der Krankenhausverband AHA unterstützt die Initiative. Das Programm der Joint Commission startete parallel dazu.
Einordnung: Mit CHEF bekommt ein politischer Appell erstmals eine Struktur mit abgestuften Kriterien, getragen von der Instanz, die ohnehin über die Akkreditierung entscheidet. Das erhöht die Chance, dass Verpflegung zu einem Qualitätsmerkmal wird. Für Anbieter von Ernährungssoftware, Catering und Entlassmanagement könnte ein Markt entstehen; wie groß er wird, zeigt sich erst, wenn deutlich mehr als eine Handvoll Einrichtungen teilnehmen.











