Politik & Markt

MAHA auf dem Land: Politik kommt laut Umfrage vor Ort kaum an

Etwa jeder zweite Wähler auf dem Land fühlt sich der Bewegung verbunden, doch vier von fünf sehen keinen Nutzen für ihre Region.

By Dr. med. Alvar MollikPosted 30. September 2026

Rund die Hälfte der Wähler in ländlichen Regionen der USA fühlt sich der Bewegung Make America Healthy Again (MAHA) verbunden. Etwa acht von zehn sagen jedoch, die Gesundheitspolitik der Regierung habe vor Ort negative oder keine Wirkung. Auch unter den MAHA-Anhängern sehen das 68 Prozent so. Das zeigt eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP mit der Stiftung KFF unter 2.241 registrierten Wählern in ländlichen Gebieten, durchgeführt vom 12. bis 24. August 2026. Die Fehlerspanne beträgt drei Prozentpunkte.

MAHA ist die von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. geprägte Bewegung, unter deren Label die Regierung Themen wie die Abkehr von etablierten Impfempfehlungen, Forschung zu stark verarbeiteten Lebensmitteln und nachhaltige Landwirtschaft bündelt. Für etwa zwei Drittel der MAHA-Anhänger auf dem Land ist es sehr wichtig, einen Kandidaten zu wählen, der sie unterstützt. Unter allen Befragten sagen das vier von zehn.

Versorgung und Kosten

Die Versorgungslage prägt die Antworten. Etwa die Hälfte sagt, es gebe in der Region nicht genug Ärzte oder andere Anbieter, noch mehr sehen zu wenige Fachkräfte für psychische Gesundheit. Der Anteil derer, die zu wenige Krankenhäuser beklagen, stieg auf 35 Prozent, 2017 waren es in einer ähnlichen Frage 21 Prozent. Mehr als sechs von zehn sorgen sich um Gesundheitskosten. Unter Medicaid-Versicherten im Erwerbsalter sind es 80 Prozent, bei Selbstversicherten 77 Prozent. Medicaid ist das Programm für Menschen mit niedrigem Einkommen; ein im Vorjahr verabschiedetes Gesetz kürzt die projizierten Ausgaben darüber um mehr als 900 Milliarden Dollar in zehn Jahren und führt neue Zugangsregeln ein.

Beim Vertrauen gilt: Ländliche Wähler halten ihre eigenen Ärzte für verlässlicher als Behörden. Kennedy vertrauen laut Umfrage etwa 10 Prozent der ländlichen Demokraten und 74 Prozent der ländlichen Republikaner, Präsident Trump etwa 5 und 69 Prozent. Ein Politikwissenschaftler der Iowa State University erklärt die Lücke mit widersprüchlichen Botschaften aus verschiedenen Teilen der Regierung (aus dem Englischen übersetzt).

Für Anbieter heißt das: Die Nachfrage nach Versorgung auf dem Land ist da, die Zahlungsfähigkeit schrumpft. Das Bundesprogramm Rural Health Transformation, mit dem CMS Ende 2025 Mittel in Höhe von 50 Milliarden Dollar an alle Staaten vergab, soll dort Abhilfe schaffen, etwa über Technik und Telemedizin. Ob das bei den Menschen ankommt, zeigt sich erst in den kommenden Jahren.

Einordnung: Die Umfrage ist keine Marktstudie, aber ein Stimmungsbild kurz vor den Zwischenwahlen: Wer auf dem Land Versorgung aufbaut, trifft auf Misstrauen gegenüber Behörden und auf Kostenängste. Digitale Angebote sollten deshalb mit lokalen Ärzten statt gegen sie arbeiten.

Dr. med. Alvar Mollik

Dr. med. Alvar Mollik

Medizin

Dr. med. Alvar Mollik ist HNO-Facharzt, Gründer von Mindful Doctor und Herausgeber des Buches „Mindful Doctor“. Bei MIDO Health schreibt er über Medizin, Versorgung und die Frage, wie Ärztinnen und Ärzte in einem sich wandelnden System gesund führen können.

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