Der Anteil nicht krankenversicherter US-Erwachsener im Erwerbsalter ist von 8,9 Prozent im Jahr 2024 auf 11,2 Prozent 2026 gestiegen. Das Plus von 2,3 Prozentpunkten ist statistisch signifikant und fällt mit rückläufiger Absicherung über die Versicherungsmärkte des Affordable Care Act sowie Medicaid zusammen. Ab Januar 2027 kommen für viele Medicaid-Berechtigte neue Arbeits- und Nachweispflichten hinzu. Für Versicherer und Leistungserbringer wächst damit das Risiko weiterer Deckungslücken.
Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Befragung von 9.360 Erwachsenen, die zwischen dem 7. Mai und dem 20. Juli 2026 durchgeführt wurde. Die Auswertung konzentriert sich vor allem auf 7.362 Personen zwischen 19 und 64 Jahren. Damit handelt es sich um eine Umfrage und nicht um eine amtliche Vollerhebung. Der Vergleich mit 2024 zeigt dennoch eine klare Verschlechterung: Der Anteil mit Policen über ACA-Marktplätze oder den individuellen Versicherungsmarkt sank von 8,5 auf 6,4 Prozent. Die Medicaid-Quote fiel gegenüber 2022 von 15,5 auf 13 Prozent.
Besonders betroffen sind 19- bis 34-Jährige und Haushalte mit Einkommen unter 200 Prozent der Armutsgrenze. Gleichzeitig reicht eine bestehende Police vielen Menschen nicht aus. Insgesamt waren 46 Prozent der Erwachsenen im Erwerbsalter entweder unversichert, zeitweise ohne Schutz oder unterversichert. 50 Prozent verzichteten wegen der Kosten auf benötigte Versorgung, nach 46 Prozent im Jahr 2022. Drei von zehn zahlten medizinische Schulden ab.
Die Entwicklung fällt in eine Phase politischer Umbrüche. Pandemiebedingte Regeln, die Medicaid-Mitglieder länger in der Absicherung hielten, sind ausgelaufen. Zudem endeten Ende 2025 erhöhte Prämienzuschüsse für ACA-Tarife. Die aktuellen Daten belegen einen zeitlichen Zusammenhang, erlauben aber keine eindeutige Zuordnung des Anstiegs zu einer einzelnen Maßnahme.
Ab dem 1. Januar 2027 müssen viele nicht schwangere Medicaid-Erwachsene zwischen 19 und 64 Jahren monatlich 80 Stunden Beschäftigung, gemeinnützige Arbeit oder anerkannte Programme nachweisen oder mindestens in Teilzeit studieren. Ausnahmen gelten unter anderem für medizinisch besonders belastete Menschen, Schwangere sowie bestimmte Eltern und Betreuungspersonen. Können Behörden die Voraussetzungen nicht bestätigen, folgt eine 30-tägige Frist; danach drohen Ablehnung oder Ausschluss. Allein die neuen Arbeitsauflagen könnten langfristig 5,3 Millionen zusätzliche Menschen ohne Versicherung zurücklassen.
Einordnung
Für Kliniken, Praxen und Digital-Health-Anbieter ist die Quote mehr als ein sozialpolitischer Indikator. Mehr unversicherte Patienten bedeuten höhere Forderungsausfälle, spätere Behandlungen und zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Versicherer und Medicaid-Behörden müssen zugleich Prüf-, Daten- und Kommunikationssysteme kurzfristig ausbauen. Entscheidend wird sein, ob bereits arbeitende oder eigentlich ausgenommene Menschen an Nachweisen scheitern. Der Markt steht damit vor einem operativen Test: Nicht nur die formale Berechtigung, sondern die Qualität der administrativen Prozesse wird über den Zugang zur Versorgung entscheiden.











