Guselkumab zeigt in der Phase-3-Studie FUZION eine anhaltende Wirkung bei perianalen Fisteln infolge von Morbus Crohn. Nach 24 Wochen erreichten 28 Prozent der Behandelten eine kombinierte klinische und radiologische Remission, gegenüber 10 Prozent unter Placebo. In einem Dosierungsarm stieg der Anteil bis Woche 48 auf 35 Prozent.
Perianale Fisteln sind krankhafte Verbindungen zwischen Darm und Haut im Bereich des Afters. Sie können Schmerzen, Abszesse, Infektionen und anhaltenden Flüssigkeits- oder Stuhlaustritt verursachen. Ihre Behandlung erfordert häufig Gastroenterologie, Radiologie und Chirurgie; belastbare randomisierte Daten speziell für diese Crohn-Manifestation sind selten.
FUZION schloss 286 Erwachsene mit mindestens einer aktiven, drainierenden und per Magnetresonanztomografie bestätigten Fistel ein. Die Teilnehmenden hatten auf Kortikosteroide, klassische Immunsuppressiva oder bis zu zwei Klassen moderner Therapien nicht ausreichend angesprochen. Rund zwei Drittel waren bereits mit Biologika behandelt worden, etwa die Hälfte hatte komplexe Fistelgänge.
Die Patienten erhielten Guselkumab oder Placebo. Nach drei intravenösen Induktionsdosen in den Wochen 0, 4 und 8 folgte Guselkumab als subkutane Erhaltungstherapie: 100 Milligramm alle acht Wochen oder 200 Milligramm alle vier Wochen. Der Antikörper blockiert die p19-Untereinheit des Entzündungsbotenstoffs Interleukin 23. Das Präparat wird von Johnson & Johnson unter dem Namen Tremfya vermarktet und ist in der Europäischen Union bereits für mittelschweren bis schweren Morbus Crohn zugelassen.
Der primäre Endpunkt war anspruchsvoll. Als kombinierte Remission galt nur der vollständige Verschluss aller äußeren Fistelöffnungen ohne Drainage, neue Fisteln oder Abszesse sowie ohne Flüssigkeitsansammlung von mehr als zwei Zentimetern im zentral ausgewerteten MRT. In Woche 24 erreichten dies 28 Prozent unter 100 Milligramm, 27 Prozent unter 200 Milligramm und 10 Prozent unter Placebo. Die Unterschiede waren statistisch signifikant.
Bis Woche 48 blieb die Wirkung in beiden Guselkumab-Gruppen erhalten. Im Arm mit 100 Milligramm alle acht Wochen nahm die kombinierte Remissionsrate von 28 auf 35 Prozent zu. Mehr als 90 Prozent aller randomisierten Teilnehmenden schlossen die Behandlung bis Woche 48 ab; das Sicherheitsprofil entsprach den bereits bekannten Daten bei Morbus Crohn.
Die Einjahreszahlen sind dennoch nicht mehr placebokontrolliert: Nicht ansprechende Patienten aus der Placebogruppe wechselten nach Woche 24 zu Guselkumab. Zudem konnten unzureichend ansprechende Teilnehmer im Acht-Wochen-Arm auf die häufigere 200-Milligramm-Gabe umgestellt werden. Der Vergleich belegt daher die Überlegenheit bis Woche 24, während Woche 48 vor allem die Dauerhaftigkeit unter aktiver Therapie beschreibt.
Einordnung
FUZION erweitert die Evidenz für eine bereits zugelassene Therapie auf eine besonders belastende Patientengruppe. Eine Remission bei rund einem Drittel ist klinisch relevant, lässt aber zugleich einen großen ungedeckten Bedarf. Für Versorgung und Erstattung werden nun Daten zu Operationen, Lebensqualität und langfristigem Ressourceneinsatz wichtig.











