Das österreichische Startup Move2pay hat nach seinem Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ keinen Vertrag mit Frank Thelen geschlossen. In der Sendung hatten sich die Gründer Mia und Karim Allouche mit ihm auf 350.000 Euro für 20 Prozent geeinigt. Nach der Aufzeichnung trennten sich die Wege wegen unterschiedlicher Vorstellungen zur weiteren Strategie.
Move2pay verbindet Bewegungsdaten mit einem Marktplatz. Die kostenlose App liest Schritte und Trainingseinheiten aus Apple Health, Health Connect und angebundenen Fitnessdiensten aus und berechnet daraus ein internes Guthaben. Dieses ist weder Bargeld noch E-Geld, kann nicht ausgezahlt werden und verfällt bei Löschung des Kontos.
Nutzer können das Guthaben ausschließlich für einen Teil des Kaufpreises bei Partnermarken einsetzen. Je nach Angebot deckt es häufig 40 Prozent, maximal 50 Prozent. Der Restbetrag wird regulär bezahlt. Move2pay erhält pro Bestellung eine Servicepauschale von höchstens 6,90 Euro; ein Abo oder eine monatliche Grundgebühr gibt es nicht.
Damit ist das Modell weniger ein digitales Präventionsprogramm als eine Kombination aus Fitness-Tracking, Rabattmechanik und Handel. Der Betreiber SVAX GmbH aus Lustenau finanziert die Vergünstigungen über Sonderkonditionen der Shop-Partner. Das Unternehmen nennt unter anderem Waterdrop, Snocks, Cube und Biogena als teilnehmende Marken.
Beim aufgezeichneten Pitch berichtete das Vater-Tochter-Team von knapp 30.000 Nutzern und 142.000 Euro Erlösen aus Servicepauschalen innerhalb von sechs Monaten. Zuvor seien innerhalb von fünf Jahren rund fünf Millionen Euro in die Entwicklung geflossen. Aktuell werden rund 85.000 Downloads und 80 Shop-Partner genannt; Downloads sind allerdings nicht mit aktiven oder zahlenden Nutzern gleichzusetzen.
Die App verarbeitet sensible Fitness- und Gesundheitsdaten. Nach Unternehmensangaben werden nur Daten genutzt, die zur Berechnung des Guthabens erforderlich sind, verschlüsselt übertragen und nicht an Händler weitergegeben. Nutzer steuern die Freigaben über ihre jeweilige Gesundheitsplattform. Für die Skalierung bleiben Datenschutz, Manipulationsschutz und eine verständliche Darstellung des Rabattmodells zentrale Anforderungen.
Finanzielle Anreize können Bewegung messbar erhöhen: In randomisierten Studien stiegen die täglichen Schrittzahlen bei belohnten Teilnehmern. Für Move2pay selbst liegen jedoch keine veröffentlichten unabhängigen Daten dazu vor, ob die App dauerhaft mehr Aktivität oder bessere Gesundheitswerte bewirkt.
Einordnung: Move2pay besetzt die Schnittstelle zwischen Digital Health und Commerce, erzielt seinen Umsatz aber beim Einkauf und nicht in der Versorgung. Für Krankenkassen oder Arbeitgeber wäre das Modell erst dann belastbar, wenn Aktivitätseffekte, Nutzerbindung und Datenschutz unabhängig evaluiert sind.











