CAR-T-Zelltherapien sind in der Hämato-Onkologie etabliert, vor allem bei Lymphomen und Leukämien. Ihre Indikationen könnten sich auf Autoimmunerkrankungen ausweiten. Als Konkurrenz entwickeln sich T-Zell-Engager: bispezifische Antikörper, die körpereigene T-Zellen gezielt mit krankheitsrelevanten Immunzellen verbinden. Ihr erwarteter Vorteil liegt in geringeren Kosten und einfacherer Logistik, denn sie müssen nicht aus den Zellen jedes Patienten hergestellt werden.
In der Rheumatologie liegen für CAR-T-Zellen positive Studienergebnisse bei schweren, therapierefraktären Verläufen vor, vor allem bei systemischem Lupus erythematodes, systemischer Sklerose, Myositis und rheumatoider Arthritis. Beide Ansätze zielen auf eine tiefe B-Zelldepletion, also das weitgehende Entfernen der B-Zellen, und einen Immunreset.
Zwei deutsche Studien aus diesem Jahr in Nature Medicine zeigen den Stand. Die CASTLE-Studie des Universitätsklinikums Erlangen untersucht CAR-T-Zellen bei Lupus, systemischer Sklerose und entzündlichen Muskelerkrankungen. Ein Düsseldorfer Team um Christina Düsing, Hermina Györfi und Ayla Stütz behandelte im Rahmen individueller Heilversuche fünf Patienten mit therapierefraktärem Antisynthetase-Syndrom mit Blinatumomab und fünf mit systemischer Sklerose mit Teclistamab. Blinatumomab bewirkte eine rasche klinische, serologische und histologische Besserung der Myositis und stabilisierte die Lungenbeteiligung; Teclistamab verbesserte die Hautfibrose, stabilisierte die Lunge und ließ Sehnenreiben verschwinden.
Die Sicherheitsdaten sind gemischt: Ein Zytokinfreisetzungssyndrom bis Grad 3 trat bei einigen Patienten auf, neurotoxische Ereignisse (ICANS) gab es nicht, bei sechs Patienten waren Antibiotika wegen Atemwegsinfekten nötig. Eine Erhaltungstherapie mit Rituximab verlängerte die Krankheitskontrolle. Mit zehn Patienten ohne Kontrollgruppe sind die Daten allerdings explorativ.
In Deutschland leben nach Angaben der Fachgesellschaft rund 1,8 Millionen Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Konkrete Preise für beide Verfahren in dieser Indikation liegen nicht vor.
Einordnung
Der Kostenvorteil ist plausibel, aber noch nicht belegt: Es fehlen Studien mit Kontrollgruppe und Daten zur Dauer des Effekts. Für Zentren zählt die Frage der Logistik, denn ein Antikörper aus dem Kühlschrank lässt sich in der Fläche leichter anbieten als eine Zellfabrik. Entscheidend für den Markt wird, ob Hersteller Zulassungsstudien in Autoimmunindikationen starten.











