US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. tritt vor den Zwischenwahlen im November zunehmend als Wahlkämpfer auf. Zuletzt warb er in Iowa für den republikanischen Gouverneurskandidaten Zach Lahn, der in Umfragen hinter seinem demokratischen Konkurrenten liegt. Die Frage lautet, ob Kennedys Agenda „Make America Healthy Again“ (MAHA) Wähler mobilisiert, die mit Wirtschaftslage und dem Krieg im Iran unzufrieden sind (zusammengefasst aus englischsprachiger Berichterstattung, übersetzt).
Lahn, ein Unternehmer aus dem MAHA-Umfeld, hatte sich in der republikanischen Vorwahl im Juni überraschend gegen den Kongressabgeordneten Randy Feenstra durchgesetzt. Im Wahlkampf verweist er offen auf Kennedy und nennt dessen Geschichte bewundernswert. Der Demokrat Rob Sand liegt in Umfragen vorn; die Spanne schwankt je nach Institut.
Kennedy ist nach Darstellung der Berichterstatter einer der populärsten Minister im Kabinett Trump. Er hat deutlich gemacht, dass seine Vorhaben bei einem Verlust der republikanischen Mehrheiten gefährdet wären, und besucht deshalb auch andere Bundesstaaten.
Was das für den Markt bedeutet
Für Unternehmen im Gesundheitswesen ist das keine reine Parteipolitik. Die MAHA-Linie prägt Impfempfehlungen, Zulassungsfragen und die Prioritäten der Gesundheitsbehörden. Wer Produkte für den US-Markt entwickelt, von Impfstoffen bis zu Digital-Health-Angeboten für Prävention, plant mit dem Ausgang der Wahl auch regulatorische Rahmenbedingungen mit. Hinzu kommt der Kommunikationsaspekt: Misstrauen gegenüber etablierter Medizin bindet Ärztinnen und Ärzte im Praxisalltag, gleich ob in den USA oder hier.
Offen ist, ob Wahlkampfauftritte eines Ministers überhaupt Stimmen verschieben. Kandidaten, die auf ihn setzen, gehen ein Risiko ein: Kennedys Positionen sind bei Fachgesellschaften und in Teilen der Bevölkerung umstritten, und in Iowa zeigt sich bislang kein Vorsprung für Lahn.
Einordnung: Die Midterms werden auch zur Abstimmung über die Gesundheitspolitik der Regierung Trump. Fällt das Ergebnis für die Republikaner schwach aus, dürfte der Spielraum für Kennedys Agenda enger werden; hält die Mehrheit, bleibt die Regulierung für Impfstoff- und Lebensmittelhersteller schwer kalkulierbar. Investoren sollten beide Szenarien in ihre US-Planung aufnehmen.











