Das US-Startup Generation Lab bietet eine injizierbare Kombination aus zwei bereits existierenden Medikamenten an, die nach eigener Darstellung die „systemische Ausbreitung des Alterns“ im Blutkreislauf stoppt. Welche Wirkstoffe es sind, verrät das Unternehmen nicht und beruft sich auf die Gefahr von Nachahmern. Veröffentlichte Wirksamkeitsdaten beim Menschen gibt es nicht. Das Unternehmen sucht Influencer, die die Behandlung ausprobieren (aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst).
Wissenschaftliche Gründerin ist Irina Conboy, die früher an der University of California in Berkeley forschte und sich mit Parabiose beschäftigt, dem Austausch von Blut zwischen jungen und alten Tieren. Geschäftsführerin ist die 26-jährige Alina Su. Generation Lab ist bereits mit einem anderen Produkt am Markt: SystemAge berechnet aus Blutproben anhand von Mustern der DNA-Methylierung, also chemischer Markierungen am Erbgut, ein biologisches Alter. Im Oktober 2025 gab das Unternehmen eine Seed-Runde über 11 Millionen US-Dollar unter Führung von Accel bekannt.
Für die neue Kombination, „1 Generation“ genannt, behauptet das Unternehmen, sie halte menschliche Zellen jung, selbst wenn sie dem Blutserum alter Menschen ausgesetzt sind, aktiviere körpereigene Reparaturmechanismen und stelle Gesundheit und Jugend in mehreren Geweben wieder her. Frühe Anwender berichten von besserem Sehen und mehr Griffkraft. Das sind subjektive Eindrücke, die ohne Studiendaten entstanden sind.
Eine größere Studie mit mehr als 100 Teilnehmenden ist geplant. Sie wird von Praktikern der Alternativmedizin geleitet, ist für Teilnehmende kostenlos und wird von Generation Lab finanziert. Beteiligt ist der Arzt Matt Cook, Gründer von BioReset Medical, der früher Corona-Protokolle empfohlen hat, die von der US-Behörde FDA als betrügerisch eingestuft wurden. Weil die Zusammensetzung geheim bleibt, ist eine unabhängige Prüfung nicht möglich.
Einordnung: Der Fall zeigt ein Muster im Longevity-Markt: Behauptungen laufen der klinischen Evidenz voraus, und Aufmerksamkeit entsteht über Reichweite statt über Daten. Ein Wirkversprechen ohne offengelegte Wirkstoffe, Kontrollgruppe und unabhängige Auswertung ist nicht bewertbar. Ob daraus ein Medikament oder nur ein Marketingprodukt wird, zeigt sich frühestens an der angekündigten Studie.











