Ein US-Bundesgericht hat Idahos Versicherungsaufsicht vorläufig untersagt, gegen UnitedHealthcare und PacificSource wegen gekürzter Provisionen für Medicare-Advantage-Pläne vorzugehen. Richter David Nye entschied am 22. Dezember 2025, dass Bundesrecht die Regeln des Bundesstaates verdrängt. Die Angaben stammen aus englischsprachigen Berichten und sind übersetzt.
Medicare Advantage (MA) ist die von privaten Versicherern angebotene Variante der staatlichen US-Krankenversicherung Medicare für Menschen ab 65. Versicherer vergüten Makler und Vermittler, die Kundinnen und Kunden in diese Pläne bringen, mit Provisionen. UnitedHealthcare hatte nach eigener Darstellung im Juli 2025 bei der Bundesbehörde CMS angemeldet, dass die erwarteten Provisionen zwischen null und dem zulässigen Höchstbetrag liegen. Die Anpassungen seien nötig, um den MA-Markt in Idaho bei steigenden Kosten wirtschaftlich tragfähig zu bedienen.
Idahos Versicherungsdirektor Dean Cameron sah darin eine absichtliche Beschränkung des Zugangs zu MA-Plänen: Die Versicherer begrenzten Online-Anträge und entzögen Maklern Provisionen. Seine Behörde erließ nach einem Bulletin vom Oktober Unterlassungsverfügungen gegen UnitedHealthcare und PacificSource. UnitedHealthcare klagte am 21. November 2025 vor dem Bundesgericht in Idaho und berief sich auf die Vorrangklausel der US-Verfassung (Supremacy Clause): Für MA-Pläne liege die Regulierungshoheit bis auf zwei enge Ausnahmen beim Bund.
Nye folgte dieser Linie und erließ einstweilige Verfügungen (Preliminary Injunctions) zugunsten beider Versicherer. Die Entscheidung bleibt damit vorläufig. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt von Idaho erklärte, der Fall sei bei einer Konferenz der Versicherungsaufseher ein vielbeachtetes Thema gewesen, mehrere Bundesstaaten beobachteten das Verfahren.
Einordnung: Die Entscheidung stärkt vorerst die Position der Versicherer gegenüber Landesaufsichten: Die Frage, wie Maklerprovisionen in Medicare Advantage gesteuert werden, liegt nach dieser Lesart beim Bund. Wie das Hauptsacheverfahren ausgeht und ob andere Bundesstaaten ähnliche Schritte versuchen, ist offen. Für den Markt zählt, wer die Vertriebsregeln der Pläne setzt, denn Provisionen steuern, welche Pläne Maklern und damit Versicherten vermittelt werden.











