Finanzierung

AbbVie 2025: 61,2 Mrd. Dollar Umsatz, Skyrizi und Rinvoq fangen Humira auf

Der US-Konzern wächst trotz des Humira-Einbruchs um 8,6 Prozent und stellt für 2026 einen bereinigten Gewinn von 14,37 bis 14,57 Dollar je Aktie in Aussicht.

By Dr. med. Alvar MollikPosted 4. Februar 2026

AbbVie hat 2025 einen Umsatz von 61,16 Milliarden US-Dollar erzielt, 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 10,00 Dollar, 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 14,37 bis 14,57 Dollar. Die Zahlen wurden am 4. Februar 2026 veröffentlicht; die Angaben sind aus dem Englischen übersetzt.

Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 10,0 Prozent auf 16,62 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 2,71 Dollar.

Die Immunologie bleibt mit 30,41 Milliarden Dollar (+14,0 Prozent) die größte Sparte. Der Antikörper Skyrizi, zugelassen unter anderem bei Schuppenflechte und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, kam auf 17,56 Milliarden Dollar. Der Wirkstoff Rinvoq, ein oral einzunehmender Januskinase-Hemmer (er blockiert Signalwege, die Entzündungen antreiben), erreichte 8,30 Milliarden Dollar. Das einstige Flaggschiff Humira, dessen Patentschutz in den USA 2023 endete, kam nur noch auf rund 4,5 Milliarden Dollar.

Die Neurowissenschaften wuchsen um 19,6 Prozent auf 10,77 Milliarden Dollar; Botox in therapeutischen Indikationen steuerte 3,77 Milliarden, das Psychopharmakon Vraylar 3,62 Milliarden Dollar bei. Die Onkologie legte um 1,5 Prozent auf 6,66 Milliarden Dollar zu. Die Ästhetiksparte, die unter anderem Botox Cosmetic umfasst, schrumpfte um 6,1 Prozent auf 4,86 Milliarden Dollar.

Konzernchef Robert A. Michael sprach von einem weiteren herausragenden Jahr: Das Unternehmen habe Rekordumsätze erzielt, im zweiten vollen Jahr nach dem Verlust der US-Exklusivität von Humira.

Einordnung

AbbVie gelingt, was bei Patentabläufen selten ist: Der Umsatzverlust von Humira wird von zwei Nachfolgern mehr als aufgefangen, auf Konzernebene steigt der Umsatz weiter. Zugleich entfällt knapp die Hälfte des Konzernumsatzes auf die Immunologie, und innerhalb dieser Sparte tragen Skyrizi und Rinvoq zusammen rund 25,9 Milliarden Dollar. Für Investoren im Gesundheitsmarkt bleibt die Abhängigkeit von zwei Präparaten das zentrale Risiko. Mit Digital Health hat die Meldung nur mittelbar zu tun: Sie zeigt, in welchem Umfeld Pharmaunternehmen Partnerschaften und Zukäufe finanzieren.

Dr. med. Alvar Mollik

Dr. med. Alvar Mollik

Medizin

Dr. med. Alvar Mollik ist HNO-Facharzt, Gründer von Mindful Doctor und Herausgeber des Buches „Mindful Doctor“. Bei MIDO Health schreibt er über Medizin, Versorgung und die Frage, wie Ärztinnen und Ärzte in einem sich wandelnden System gesund führen können.

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