Der US-Pharmaverband PhRMA hat den früheren Mehrheitsführer des Repräsentantenhauses, Eric Cantor, zum Präsidenten und Chief Executive Officer ernannt. Er tritt sein Amt am 9. November 2026 an und folgt auf Steve Ubl, der im April seinen Abschied nach mehr als zehn Jahren an der Spitze angekündigt hatte. Ubl bleibt bis zum 15. Januar 2027 als strategischer Berater. (Aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst; der Hintergrundbericht ist teils nur Abonnenten zugänglich.)
Wer Cantor ist
Cantor ist 63 Jahre alt und vertrat von 2000 bis 2014 einen Wahlkreis in Virginia im Repräsentantenhaus. Von 2011 bis 2014 war er Mehrheitsführer. Danach wechselte er zur Investmentbank Moelis & Company, wo er Vice Chairman und Managing Director ist; dem Verwaltungsrat der Bank will er weiter angehören. Der Verband verweist auf seine Rolle bei der überparteilichen Verabschiedung des Gabriella Miller Kids First Research Act zur Förderung der Forschung zu Kinderkrankheiten, auf Vorarbeiten für den 21st Century Cures Act und auf seine Unterstützung für die Medicare-Part-D-Gesetzgebung. Der Verwaltungsratsvorsitzende und Merck-Chef Rob Davis nennt ihn in Washington „hoch angesehen“ mit langer Erfahrung in parteiübergreifender Zusammenarbeit.
Die Lage, in die er kommt
Die Branche steht unter Druck. Zölle und Preisvorgaben sorgten 2025 für Unsicherheit, 2026 folgten Vereinbarungen zwischen Herstellern und dem Weißen Haus über Preise und Investitionen. Hinzu kommen Personalwechsel bei der Arzneimittelbehörde FDA unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.; die Bestätigung von Heidi Overton als Nachfolgerin von Marty Makary steht aus. Umfragen zeigen, dass Amerikaner Arzneimittelpreise überwiegend für unangemessen halten. Die Demokraten wollen bei einem Wahlsieg im November die vertraulichen Preisabkommen prüfen.
Das Portrait des Fachmediums STAT knüpft an seine Rolle von 2013 an, als Cantor die Republikaner von dem Ruf lösen sollte, vor allem die Interessen von Reichen und Konzernen zu vertreten. Die Frage, ob ihm das auch für die Pharmabranche gelingt, ist die Leitfrage; Antworten liefert die vorliegende Textstelle nicht.
Einordnung
Mit Cantor setzt der Verband auf einen Politikprofi statt eines Branchenmanagers, was zu einer Phase passt, in der die Regeln für Preise und Erstattung im Wesentlichen politisch ausgehandelt werden. Für Anbieter, die von Pharma-Budgets leben, etwa Studienplattformen und digitale Therapien, ist die Verbandslinie zu Preisfragen ein Indikator für künftige Erstattung. Der Test beginnt nach dem 9. November, wenn ein möglicher Mehrheitswechsel im Kongress die Verhandlungsposition der Branche neu setzt.











