Das Frankfurter Health-Tech-Startup Oska Health hat eine Seed-Finanzierung über 11 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von Capricorn Partners und SwissHealth Ventures; beteiligt sind außerdem Revent, Calm Storm, BMH, LBBW Venture Capital, GoHub Ventures und Aurum Impact. Zuvor hatte das 2022 gegründete Unternehmen 2,5 Millionen Euro von Hessen Kapital und Business Angels erhalten. Das Geld soll in die technische Infrastruktur und die Skalierung des Versorgungsmodells bei Krankenkassen fließen.
Wofür das Geld gedacht ist
Oska verbindet eine App mit persönlichem Coaching per Video, Chat oder Telefon und KI-Unterstützung. Das Modell richtet sich an Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen und soll Verhaltensänderungen im Lebensstil fördern, die Medikamenteneinnahme verbessern und vermeidbare Krankenhausaufenthalte reduzieren. Der strategische Schwerpunkt liegt auf Multimorbidität, also dem gleichzeitigen Vorliegen mehrerer Erkrankungen wie chronischer Nierenerkrankung, Diabetes und Bluthochdruck. Auf der Anbieterseite werden außerdem Herzerkrankungen und Adipositas genannt.
Das Programm umfasst Beratung durch zertifizierte Coaches, Tagebücher für Blutdruck und Ernährung, Praxisanleitungen zu Ernährung, Bewegung und Stressmanagement sowie von Ärzten geprüfte Wissensmodule. Oska ist nach Anbieterangaben als CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt nach MDR eingestuft. In einer vom Unternehmen genannten Auswertung nach vier Monaten gaben 96 Prozent der Teilnehmenden an, großes Vertrauen in ihren Coach zu haben, 92 Prozent verstehen ihre Gesundheit besser und 85 Prozent leben nach eigener Einschätzung gesünder. Das sind Selbstauskünfte und keine klinischen Endpunkte.
Nach Angaben des Unternehmens arbeiten mehr als 20 Krankenkassen mit Oska zusammen, darunter die KKH, laut Webseite auch AOK Plus und die Techniker Krankenkasse; die Kosten tragen die Kassen. Zu den Gründern zählen Niklas Best, früher Direktor für Digitalprodukte bei Fresenius Medical Care, Malte Waldeck sowie Claudia Ehmke, die Produkt und Design verantwortet und zuvor bei ustwo in London arbeitete.
Einordnung
Der Fokus auf Multimorbidität ist strategisch klug: Einzelindikations-Apps stoßen schnell an Grenzen, während Kassen für Patienten mit mehreren Diagnosen die höchsten Kosten tragen. Entscheidend wird, ob Oska harte Endpunkte wie Krankenhaustage belegt – die bisher genannten Zahlen sind Zufriedenheitswerte. Mit 11 Millionen Euro hat das Unternehmen Spielraum, diesen Nachweis zu führen.











