Health-Tech

Cellbox erhält 3,5 Millionen Euro für den Transport lebender Zellen

Das Kölner Unternehmen will mit tragbaren Inkubatoren die Lieferkette für Zell- und Gentherapien absichern.

By Christian KloewerPosted 6. März 2026

Das Kölner Unternehmen Cellbox Solutions hat 3,5 Millionen Euro erhalten, angeführt vom Business-Angel-Netzwerk Companisto. Beteiligt sind die NRW.BANK und bestehende Investoren. Es handelt sich um den ersten Closing-Schritt einer Series-A-Runde, die nach Unternehmensangaben bis Mai 2026 offen bleibt. Die Angaben stammen aus englischsprachigen Meldungen und sind übersetzt.

Das Problem: Zellen müssen warm bleiben

Lebende Zellen, Organoide (im Labor gezüchtete Miniaturorgane) und Gewebe vertragen keine Kühlkette. Während Arzneimittel bei 2 bis 8 Grad Celsius transportiert werden, brauchen Zellkulturen konstante Wärme und eine kontrollierte Atmosphäre. Cellbox nennt das „Warm Chain“. Das 2017 von Kathrin Adlkofer gegründete Unternehmen entwickelt dafür tragbare CO₂-Inkubatoren, die nach eigenen Angaben Zellen bis zu 48 Stunden lebensfähig halten. Das System ist für den Lufttransport nach den Regeln des Luftfahrtverbands IATA zertifiziert.

Mehr als 300 Geräte sind nach Firmenangaben weltweit im Einsatz, vor allem bei Pharma- und Biotechnologieunternehmen, in der angewandten Forschung und an Universitäten. Das neue Kapital soll in den Ausbau der internationalen Produktion und des Vertriebs fließen sowie in neue Anwendungen. Genannt werden Zelltherapie, Gentherapie und In-vitro-Fertilisation. Adlkofer, die als Gründerin und CEO firmiert, sagt, zuverlässiger Transport lebender Zellen werde ein wesentlicher Bestandteil der globalen Life-Sciences-Wertschöpfungskette.

Wirtschaftlich ist das Feld interessant, weil Zelltherapien patientenindividuell sind und jede verlorene Charge hohe Kosten bedeutet. Zur Höhe der Bewertung, zum Umsatz oder zu Preisen der Geräte macht Cellbox keine Angaben.

Einordnung

Mit zunehmender Zahl zugelassener Zell- und Gentherapien wird Logistik zum Engpass: Wer Zellen nicht lebensfähig zum Behandlungsort bringt, kann die Therapie nicht anbieten. Cellbox adressiert diese Lücke mit Hardware und nicht mit Software, was Kapital bindet, aber Markteintrittshürden schafft. Entscheidend wird sein, ob Kliniken und Therapieentwickler das System als Standard übernehmen; 300 Geräte sind ein Anfang, kein Beleg für Marktdurchdringung.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

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