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Neue DiGA Kranus Mictera: App-Therapie gegen Harninkontinenz bei Frauen

Kranus hat damit drei Anwendungen im DiGA-Verzeichnis; insgesamt sind 57 Apps verordnungsfähig.

By Christian KloewerPosted 7. November 2025

Das DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) umfasst Anfang November 2025 nach Angaben des Verzeichnisses 57 verschreibbare Apps auf Rezept. Insgesamt werden 73 Anwendungen angezeigt, von denen einige nicht mehr zugelassen sind. Neu hinzugekommen ist Kranus Mictera: eine digitale Gesundheitsanwendung zur Behandlung von Harninkontinenz bei Frauen. Der Anbieter Kranus hat damit insgesamt drei Anwendungen als DiGA umgesetzt.

Mictera richtet sich an Frauen mit Belastungs-, Drang- und Mischinkontinenz. Die App setzt auf einen multimodalen Ansatz, der unter anderem Blasen- und Beckenbodentraining, mentales Training und ein Miktionstagebuch kombiniert. Das primäre Ziel ist es, die Zahl der Inkontinenzepisoden und den belastenden Harndrang zu senken; außerdem sollen Symptome gelindert, die Lebensqualität verbessert und Patientinnen zu eigenständigem Handeln befähigt werden.

Zur Wirksamkeit gibt es eine randomisierte, einfach verblindete Studie (DINKS), die bei Fachkongressen 2025 vorgestellt wurde. Eine vollständige Publikation lag nach unserer Recherche zum Stichtag nicht vor; Ärztinnen und Ärzte sollten Studienlage und Nutzennachweis im BfArM-Verzeichnis prüfen.

Kranus Health wurde von früheren McKinsey-Kollegen gegründet: Die Geschäftsführer sind Jens Nörtershäuser und Thilo Kleinschmidt, Technikchef ist Nikolay Dimolarov, wissenschaftlicher Berater ist der Urologe Kurt Miller. Das Unternehmen hat Büros in München, Berlin und Paris und expandierte im Juni 2023 nach Frankreich. Im Oktober 2023 meldete es eine Erweiterung der Serie-A-Finanzierung auf insgesamt 15 Millionen US-Dollar, angeführt von SwissHealth Ventures, mit Karista, dem High-Tech Gründerfonds und weiteren Bestandsinvestoren. Bekannt wurde Kranus mit Kranus Edera gegen erektile Dysfunktion und Kranus Lutera bei gutartiger Prostatavergrößerung.

Das Beispiel zeigt eine Strategie, die im DiGA-Markt zunehmend verfolgt wird: Hersteller bauen Portfolios in einem Fachgebiet auf, hier der Urologie, und nutzen Vertriebswege und ärztliche Kontakte mehrfach.

Einordnung

Für Mictera sprechen ein dokumentierter Wirkansatz und eine laufende Evidenzbasis; die Zahlen aus der Praxis müssen sich bei der Verordnung zeigen. Entscheidend ist, ob Gynäkologinnen und Hausärzte die App verordnen, denn die Verordnungszahlen vieler DiGA bleiben hinter den Erwartungen zurück. Für Investoren ist ein Portfolio mehrerer Indikationen ein Zeichen von Stabilität, aber noch kein Umsatzbeleg.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

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