Die Stiftung Gesundheit aus Hamburg hat ihre Arzt-Auskunft nach einem umfassenden Relaunch wieder online gestellt. Unter arzt-auskunft.de finden Patienten nun Ärzte, Therapeuten, Kliniken und Apotheken in einer Suche. Die Nutzung ist laut Stiftung kostenlos, werbefrei und frei von gewerblichen oder politischen Interessen, und das seit fast 30 Jahren.
Neu ist vor allem die Breite der Suche. Neben Facharztbezeichnungen können Nutzer Erkrankungen, Spezialisierungen und Therapieformen eingeben, außerdem besondere Angebote einer Praxis wie Sprachkenntnisse, Sprechzeiten für Berufstätige oder Vorkehrungen zur Barrierefreiheit. Die Auskunft soll Patienten damit zu passenden Spezialisten führen, statt nur eine Liste nach Ort und Fach zu liefern.
Die Datenbasis stammt nach Angaben der Stiftung aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Telefon- und Adressverzeichnissen, Internetquellen und Anzeigen. Hinzu kommen Angaben der Praxen selbst und Hinweise von Patienten. Die Adressredaktion verzeichnet nach Stiftungsangaben im Schnitt mehr als 130.000 Aktualisierungen im Jahr. Die Stiftung nennt rund 60 Millionen Patienten, die das Portal jährlich nutzen.
Das Geschäftsmodell läuft über die Praxen. Ein Basisprofil ist kostenlos. Ein Premium-Profil bietet nach Angaben der Stiftung zusätzliche Vorteile und unterstützt zugleich die Arbeit der Stiftung; Preise nennt die Ankündigung nicht. Ärzte und Heilberufler können ihren Eintrag unter zugang.arzt-auskunft.de im geschützten Bereich prüfen und aktualisieren.
Einordnung
Der Relaunch ist weniger eine neue Technologie als eine neue Positionierung: ein stiftungsgetragener Gegenentwurf zu kommerziellen Portalen. Für Praxen lohnt der Blick auf die Eintragsqualität, denn die Suche nach Merkmalen wie Sprachen und Barrierefreiheit funktioniert nur mit gepflegten Daten. Wie viele Praxen die erweiterten Felder tatsächlich ausfüllen, ist offen.











