Wer in den USA einen Medicare-Advantage-Tarif hat und 2027 Behandlung oder Medikamente braucht, muss mit höheren Kosten rechnen. Die Versicherer erhöhen Eigenanteile, kürzen Zusatzleistungen wie Zahnbehandlungen drastisch und streichen Tarife mit breitem Netzwerk aus Kliniken und Ärzten. Das geht aus Bundesdaten dieser Woche hervor, die das US-Fachmedium Stat News und mehrere Investmentfirmen ausgewertet haben (aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst).
Medicare Advantage ist die private Variante der staatlichen US-Krankenversicherung für Ältere: Private Versicherer erhalten vom Staat einen festen Betrag pro Versichertem und bieten dafür oft Zusatzleistungen. In der jährlichen Einschreibephase, die am 15. Oktober beginnt, können Versicherte ihren Tarif wechseln. Wer nicht vergleicht, riskiert die Überraschung, dass der eigene Arzt nicht mehr im Netzwerk ist.
Hintergrund ist der Druck der Anleger. Konzerne wie UnitedHealth Group und Humana verfolgen höhere Gewinne, nachdem die Margen unter den Versprechen der Branche geblieben waren. Humana hat zudem angekündigt, 2027 aus Tarifen mit rund 600.000 Mitgliedern auszusteigen.
Die Kürzungen kommen, obwohl die Branche im April eine Zahlungserhöhung erhielt: Die Behörde CMS hob die Vergütung für 2027 um 2,48 Prozent an, mehr als zunächst vorgeschlagen, und verschob zugleich Reformen.
Für Kliniken und Arztpraxen bedeutet das Unsicherheit: Wenn Patienten den Tarif wechseln oder Netzwerke schrumpfen, verändern sich Patientenströme und Erlöse. Welche Folgen das für Anbieter von Abrechnungs- und Patientenkommunikationssoftware hat, hängt von den Verträgen mit den einzelnen Versicherern ab.
Einordnung: Die Versicherer setzen auf Margendisziplin statt Reichweite, trotz höherer staatlicher Vergütung. Für Leistungserbringer im US-Markt steigt das Planungsrisiko, für ältere Versicherte der Beratungsbedarf. Wie stark die Kürzungen im Einzelnen ausfallen, zeigen erst die vollständigen Tarifdaten.











