Wer wegen einer Autoimmunerkrankung eine CAR-T-Zelltherapie erhält, entwickelt häufiger ein Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS), wenn zu Therapiebeginn viele B-Zellen vorhanden sind und die systemische Entzündung ausgeprägt ist. Das berichten Forschende um Shirley Chiu Wai Chan und Melanie Hagen vom Uniklinikum Erlangen in der Fachzeitschrift Lancet Rheumatology. Beide Messwerte könnten helfen, Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko früh zu erkennen.
Bei der CAR-T-Therapie werden körpereigene T-Zellen so verändert, dass sie ein Zielmolekül auf B-Zellen erkennen. Die Infusion beseitigt B-Zellen und unterbricht damit krankheitsauslösende Prozesse bei vielen Autoimmunerkrankungen. Diese B-Zell-Depletion kann mit Nebenwirkungen einhergehen. Häufig tritt ein CRS auf: eine Überreaktion, die durch die Aktivierung der CAR-T-Zellen und die Freisetzung von Botenstoffen, den Zytokinen, nach der Bindung an die Zielzellen entsteht.
Die Erlanger Arbeit legt nahe, dass sich das Risiko schon vor der Infusion anhand zweier Laborwerte abschätzen lässt. Das Uniklinikum Erlangen zählt zu den Zentren, die CAR-T bei Autoimmunerkrankungen früh klinisch eingesetzt haben. Parallel entwickeln Unternehmen wie Kyverna Therapeutics und Cabaletta Bio CAR-T-Produkte für Indikationen wie Lupus und Myositis.
Einordnung: Die Ergebnisse sind eine Assoziation, keine Entscheidungsgrundlage für den Einzelfall. Je mehr CAR-T-Produkte die Onkologie verlassen und in der Rheumatologie ankommen, desto wichtiger wird die Frage, welche Patienten engmaschige Überwachung brauchen. Biomarker wie diese sind dafür ein möglicher Ansatzpunkt, der in größeren Studien bestätigt werden muss.











