Das US-Gentherapieunternehmen Beam Therapeutics hat am 25. September 2026 vor einem Bundesgericht in Massachusetts Klage gegen das chinesische Biotech YolTech Therapeutics und dessen US-Partner Serapha Bio eingereicht. Beam wirft einer früheren Wissenschaftlerin vor, YolTech heimlich gegründet zu haben, während sie noch bei Beam angestellt war, und dabei Geschäftsgeheimnisse genutzt zu haben (aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst).
Nach Beams Darstellung hat die frühere Mitarbeiterin Zi Jun „Emma“ Wang in den Jahren 2021 und 2022 auf vertrauliche Unterlagen zugegriffen, und zwar auf eine Weise, die deutlich von ihrer üblichen Arbeit abwich. Sie habe Dutzende Dateien außerhalb ihrer Aufgaben abgerufen, auch nach Feierabend.
Im Kern geht es um Therapien gegen den Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATD), eine Erbkrankheit, die Lunge und Leber schädigt. Beide Seiten setzen auf Base Editing, ein Verfahren der Genschere, das einzelne Bausteine der DNA gezielt austauscht. Beams Kandidat heißt BEAM-302, der von Serapha, das ihn von YolTech lizenziert hat, SERP-01. Beide Therapien zielen auf dieselbe Mutation an derselben Stelle der DNA. Beam argumentiert, die Therapie von YolTech enthalte Beams geschützte Technologien.
Brisant ist die Finanzlage der Beklagten: Serapha hat nach eigenen Angaben 230 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt, darunter RA Capital Management und RTW Investments. Das Geld soll Börsenpläne und die Entwicklung der Therapie stützen. Das Unternehmen weist die Klage „kategorisch“ zurück und kündigt an, sich entschieden zu verteidigen.
Einordnung: Die Klage zeigt, dass Streit um den Ursprung von Technologie bei grenzüberschreitenden Lizenzen die Finanzierung und Börsenpläne eines Unternehmens berühren kann. Ob Beams Vorwürfe tragen, entscheidet das Gericht; belastbare Belege liegen öffentlich bisher nicht vor.











