Die US-Gesundheitsorganisation Providence will bis 2030 kohlenstoffnegativ werden und hat dafür einen Klimaplan mit konkreten Zielen aufgelegt. Nach der eigenen Jahresbilanz für 2024 sanken die Emissionen über alle drei Kategorien (Scope 1, 2 und 3) in sieben zentralen Krankenhausbereichen seit 2019 um 18 Prozent. Anlass der Berichterstattung ist ein Interview von Fierce Healthcare mit Beth Schenk, der Leiterin für Umweltverantwortung bei Providence und ausgebildeten Pflegekraft (übersetzt).
Grundlage ist ein Treibhausgasinventar für das Basisjahr 2019, das alle Emissionskategorien nach dem GHG Protocol umfasst. Scope 1 sind direkte Emissionen, Scope 2 stammen aus zugekaufter Energie, Scope 3 aus vor- und nachgelagerten Quellen. Die Beschaffung macht nach Providence-Angaben etwa 38,4 Prozent des gesamten Fußabdrucks aus. Providence lässt die Inventur nach eigenen Angaben von Dritten prüfen.
Die Strategie trägt den Namen WE ACT und gliedert sich in fünf Handlungsfelder: Abfall, Energie und Wasser, Landwirtschaft und Ernährung, Chemikalien sowie Transport. Dazu gehören Ziele wie weniger als 50 Prozent Abfall auf Deponie oder in Verbrennung bis 2030, 90 Prozent weniger Emissionen aus Narkosegasen und Lachgas sowie 50 Prozent weniger Emissionen aus Geschäftsreisen. Ergänzt wird WE ACT um die Programme We REACH für Anpassung und Resilienz und We SHARE für Interessenvertretung.
Besonders deutlich ist der Fortschritt bei Narkosegasen: Die Lachgas-Emissionen sanken nach Providence-Angaben um mehr als 80 Prozent, das Narkosegas Desfluran wurde aus dem systemweiten Arzneimittelverzeichnis gestrichen. Alle 51 Krankenhäuser samt Standorten erhielten das Zertifikat „Sustainable Healthcare“ der Joint Commission. Mehr als 100 Einrichtungen beziehen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Aus Energie- und Ressourcensparen ergeben sich jährliche Einsparungen von 15 Millionen Dollar.
Zur Steuerung setzt Providence auf feste Gremien und auf Anreize: Die Ziele für Treibhausgasreduktion sind mit den Leistungskennzahlen von Führungskräften verknüpft. Zu den Partnern zählen unter anderem Schneider Electric, Microsoft, Healthcare Without Harm und Practice Greenhealth.
Für das Gespräch mit Schenk liegt der Redaktion nur die Ankündigung vor; die genannten Zahlen stammen aus den Veröffentlichungen von Providence und sind Eigenangaben.
Einordnung: Providence zeigt, dass sich Klimaziele im Krankenhaus über wenige gut messbare Hebel wie Narkosegase, Energie und Beschaffung erreichen lassen. Für deutsche Kliniken ist das Vorbild übertragbar, die Zahlen aber nicht ohne Weiteres: Sie beruhen auf Eigenangaben und einer US-Kostenstruktur.











