Startups

hey-listen.ai: KI-Telefonassistent soll Pflegeheimen den Hörer abnehmen

Das junge Unternehmen Hey Listen Technologies verkauft einen Sprachassistenten, der Anrufe, Krankmeldungen und Bewerbungen rund um die Uhr entgegennimmt.

By Christian KloewerPosted 8. Juni 2026

Das Startup hey-listen.ai bietet Pflegeeinrichtungen und kleinen Unternehmen einen KI-Telefonassistenten an, der Anrufe rund um die Uhr annimmt, sortiert und an die zuständige Stelle weiterleitet. Hinter dem Angebot steht die Hey Listen Technologies UG, gegründet von zwei Partnern mit Erfahrung in IT-Beratung und Engineering. Die Pflegeheim-Lösung befindet sich nach Unternehmensangaben im Rollout, erste Produkte sind bereits im Einsatz.

Der Ansatzpunkt ist ein alltägliches Problem: In Pflegeeinrichtungen klingelt das Telefon dauernd, Pflegekräfte und Verwaltung werden aus ihrer eigentlichen Arbeit gerissen, Angehörige erreichen niemanden, Bewerbungen und Krankmeldungen gehen unter. Der Assistent kategorisiert eingehende Anliegen und leitet sie an die passende Abteilung weiter. Zusätzlich kann er Bewerberinnen und Bewerber telefonisch vorqualifizieren und Krankmeldungen jederzeit annehmen; die Pflegedienstleitung wird dann sofort informiert.

Das Geschäftsmodell ist Software als Dienstleistung (SaaS) mit monatlichen Lizenzpaketen pro Einrichtung. Nach den Angaben auf der Unternehmensseite kostet das Paket „Nursing Home Plus“, das auch die Bewerber-Vorqualifizierung enthält, 329 bis 429 Euro im Monat; der Einstiegsassistent PIA liegt bei 219 bis 279 Euro. Das System ist modular aufgebaut, vom Basis-Assistenten bis zur erweiterten Lösung mit Krankmeldungsmodul.

Wegen der sensiblen Daten betont das Unternehmen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Server stehen laut Anbieter in Nürnberg bei einem deutschen Hoster. Als technische Grundlage nennt hey-listen.ai einen deutschen Anbieter für Sprach-KI, der OpenAI-Modelle über eine europäische Azure-Region nutzt. Der Assistent versteht nach eigenen Angaben auch Dialekte wie Bairisch, Schwäbisch und Plattdeutsch. Neben der Pflege bedient das Startup weitere Branchen, etwa Gastronomie, Onlinehandel und Hausverwaltung.

Einordnung

Telefonassistenten setzen an der Verwaltung an, nicht an der Pflege selbst, und sind dadurch regulatorisch vergleichsweise unkompliziert: Es handelt sich nicht um ein Medizinprodukt, sondern um Büro-Software mit Datenschutzauflagen. Das Preisniveau von wenigen hundert Euro im Monat ist für Einrichtungen leicht zu prüfen. Entscheidend wird, ob die Qualität bei Angehörigen, Dialekten und heiklen Anliegen wie Krankmeldungen im Alltag trägt und ob das Startup im Markt der Sprach-KI neben größeren Anbietern bestehen kann.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

Unsere Kooperationspartner

Wir danken unseren Partnern für die freundliche Unterstützung

esanumHelloBetterHartmannbundHealth Captains ClubmedicasTechniker KrankenkasseAMBOSSMWV Medizinisch Wissenschaftliche VerlagsgesellschaftBKK ProVitaFelix MedicusesanumHelloBetterHartmannbundHealth Captains ClubmedicasTechniker KrankenkasseAMBOSSMWV Medizinisch Wissenschaftliche VerlagsgesellschaftBKK ProVitaFelix Medicus

Mindful Doctor Konferenz