Das Berliner KI-Startup Deepslate hat 7,7 Millionen Euro eingesammelt. Investoren sind der Münchner Geldgeber 42CAP, Alstin Capital, SIVentures und mehrere Business Angels. Das Unternehmen entwickelt eigene Sprachmodelle, die gesprochene Sprache direkt verarbeiten. Für Praxen und Kliniken, in denen Telefon und Terminvergabe viel Personal binden, könnte die Technik relevant werden, auch wenn sie bisher nicht als Gesundheitsprodukt vermarktet wird. Die Angaben stammen aus einer Meldung vom 1. Oktober 2026 und der Anbieterseite.
Deepslate wurde 2025 von Paskal Paesler und Jan Brachthäuser in Templin gegründet. Die Speech-to-Speech-Technologie, bei der ein Modell Sprache aufnimmt, verarbeitet und wieder spricht, ohne separate Bausteine für Spracherkennung, Textmodell und Sprachausgabe, kommt laut Bericht bei Versicherungen, Contact Centern und im E-Commerce zum Einsatz. Mit dem Geld will das Team Modelltraining, Vertrieb und europäische Infrastruktur ausbauen. SIVentures (früher Smart Infrastructure Ventures) und die Angels Roland Fassauer, Feliks Eyser, Jonas Suedfels, Richard Lohwasser und Kyung-Hun Ha waren bereits beteiligt. Nach der Runde hält 42CAP rund 17 Prozent, Alstin 11 Prozent und SIVentures rund 7 Prozent.
Was das Produkt kann
Auf der Firmenseite nennt Deepslate ein natives Speech-to-Speech-Modell namens Opal mit 440 Millisekunden Latenz, 27 Sprachen und Hosting in der EU. Die Verarbeitung findet laut Anbieter DSGVO-konform in der EU statt, mit ISO-27001-Zertifizierung, Selbsthosting für Großkunden und optionaler Nulldatenspeicherung. Im Einführungsangebot kostet die Minute 2 Cent statt regulär 10 Cent. Als Vorlagen nennt Deepslate Versicherungsfragen, Vertriebsqualifizierung und Energieversorger, keine Gesundheitsanwendungen.
Für den Gesundheitsmarkt sind zwei Punkte entscheidend: Anrufannahme und Terminvergabe sind klassische Engpässe, und Patientendaten verlangen EU-Hosting und Nachweise zum Datenschutz. Beides adressiert Deepslate technisch; ob die Technik in Praxen eingesetzt wird, ist nicht belegt.
Einordnung: Die Runde zeigt Interesse an europäischer Sprach-KI, die ohne US-Cloud auskommt. Ob daraus ein Produkt für Praxen und Kliniken wird, hängt davon ab, ob Deepslate oder Integratoren medizinische Dialoge, Zertifizierungen und Schnittstellen zur Praxissoftware liefern.











