Politik & Markt

CDC und FDA erreichen Rekordtief bei Leistungsbewertung

Nur rund ein Viertel der US-Bevölkerung bewertet die Arbeit der beiden Gesundheitsbehörden positiv.

By Christian KloewerPosted 22. Oktober 2026

Die beiden wichtigsten US-Gesundheitsbehörden erreichen in einer aktuellen Bevölkerungsumfrage ihre bislang niedrigsten Leistungsbewertungen. Nur 26 Prozent der Befragten bewerten die Arbeit der Seuchenschutzbehörde CDC als ausgezeichnet oder gut, bei der Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde FDA sind es 25 Prozent. Für Gesundheitswirtschaft und Versorgung ist vor allem die zunehmende parteipolitische Polarisierung relevant.

Die jährliche Governance-Erhebung befragte vom 1. bis 17. September 2026 telefonisch 1.000 Erwachsene in allen US-Bundesstaaten und Washington, D.C. Die gewichtete Fehlerspanne beträgt für die Gesamtstichprobe plus oder minus vier Prozentpunkte bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Erfasst wurde die Bewertung der Arbeitsleistung mit den Antwortmöglichkeiten ausgezeichnet, gut, ausreichend und schlecht. Die Zahlen sind daher kein direkter Vertrauensindex, bilden aber die öffentliche Akzeptanz der Behördenarbeit ab.

Unter zwölf untersuchten Bundesbehörden landeten CDC und FDA auf den letzten beiden Plätzen. Zugleich waren sie die einzigen, bei denen mehr Menschen die Leistung als schlecht statt als ausgezeichnet oder gut bezeichneten. Bei der CDC fiel der positive Wert gegenüber 2025 um fünf Punkte und gegenüber 2024 um 14 Punkte. Vor der Covid-19-Pandemie hatte die Behörde noch deutlich besser abgeschnitten: 2019 bewerteten 64 Prozent ihre Arbeit positiv.

Die FDA liegt mit 25 Prozent statistisch nahe am Vorjahreswert von 27 Prozent, markiert aber ebenfalls den niedrigsten Stand der Messreihe. Ihr historischer Höchstwert betrug 46 Prozent im Jahr 2017. Jüngste Ausbrüche von Masern sowie lebensmittelbedingte Erkrankungen bilden den aktuellen gesundheitspolitischen Hintergrund, beweisen jedoch keine einzelne Ursache für das Umfrageergebnis.

Deutlicher als der Gesamtwert ist die politische Verschiebung. Bei Republikanern stieg die positive CDC-Bewertung von 19 Prozent im Jahr 2024 auf 32 Prozent 2026. Unter Demokraten fiel sie im selben Zeitraum von 65 auf 20 Prozent. Bei der FDA bewerten 36 Prozent der Republikaner, aber nur 18 Prozent der Demokraten die Arbeit positiv. 2024 hatte die demokratische Zustimmung noch 47 Prozent betragen. Seit 2019 beurteilt jeweils die Partei des amtierenden Präsidenten die FDA günstiger.

Diese Umkehr erschwert die regulatorische Arbeit über einzelne Kontroversen hinaus. CDC und FDA müssen bei Impfempfehlungen, Ausbruchskommunikation, Arzneimittelzulassungen und Sicherheitswarnungen erreichen, dass Bürger und medizinische Fachkräfte ihre Informationen akzeptieren. Die CDC hält in ihrer eigenen Kommunikationsleitlinie fest, dass mangelndes Vertrauen die Bereitschaft senken kann, Gesundheitsempfehlungen zu befolgen.

Einordnung

Das Rekordtief ist kein Beleg, dass jede Behördenentscheidung fachlich schlechter geworden ist. Es zeigt aber, dass wissenschaftliche und regulatorische Kommunikation zunehmend durch Parteipolitik gefiltert wird. Für Hersteller, Kliniken und Digital-Health-Anbieter steigen damit die Anforderungen an transparente Evidenz, nachvollziehbare Begründungen und konsistente Risikokommunikation.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

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