Der Hamburger Hautpflegekonzern Beiersdorf (Nivea, Eucerin, La Prairie) hat am 31. März 2026 seinen zweiten Corporate-Venture-Capital-Fonds angekündigt. Der Skin Care Innovation Fund umfasst 100 Millionen Euro und verdoppelt damit das Volumen des ersten Fonds von 2020, der 50 Millionen Euro hatte. Die Angaben stammen aus englischsprachigen Mitteilungen und sind übersetzt.
Wohin das Geld fließt
Beiersdorf Venture Capital (BVC) investiert weltweit in Themen rund um die Hautpflege: Life Sciences, Biotechnologie, Nachhaltigkeit, KI-Technologien und digitale Gesundheitslösungen. Die Erstinvestments liegen zwischen 500.000 Euro und 5 Millionen Euro, von der Seed- bis zur Series-B-Phase; typischerweise übernimmt Beiersdorf eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 20 Prozent. Regionale Schwerpunkte sind Europa, Nordamerika und die Region Asien-Pazifik.
Seit 2020 hat der Fonds mehr als 15 Beteiligungen aufgebaut. Dazu zählen S-Biomedic, ein belgisches Unternehmen für Hautmikrobiom-Forschung, das später von Beiersdorf übernommen wurde, Vincere Biosciences (Forschung zu Longevity und Mitophagie, dem Abbau beschädigter Mitochondrien), Turbine (KI-basierte Zellsimulation), DePoly (PET-Recycling) und Melt&Marble (präzisionsfermentierte Lipide). Auch das Unternehmen Dermanostic, das KI-gestützte Hautanalyse anbietet, sowie Evommune, Rubedo und DeepLife nennt die Beteiligungsseite.
Neben Kapital bietet BVC Zugang zu Forschung und Entwicklung und zu Vertriebsstrukturen über Marken in mehr als 170 Märkten. Beiersdorf-Forschungschefin Gitta Neufang verweist auf das Zusammenspiel von eigener Forschung und externem wissenschaftlichem Unternehmertum; BVC-Leiter Ascan Voswinckel betont den Zugang zu R&D-Wissen und globalen Markenplattformen. Kontakt für Gründerinnen und Gründer ist vc@beiersdorf.com.
Einordnung
Für Dermatologie-Startups mit Bezug zu Diagnostik, Mikrobiom oder KI ist der Fonds eine zusätzliche Kapitalquelle mit Vertriebszugang, auch wenn der Fokus kosmetisch geprägt bleibt. Der Corporate-VC-Charakter bedeutet strategische Nähe, aber auch mögliche Interessenkonflikte, etwa bei Exit-Optionen. Gesundheitliche Wirkaussagen bleiben für Startups der entscheidende Prüfstein: Beiersdorf kauft sich damit Forschungszugang, keine klinische Versorgung.











