Die US-Gesundheitsforschungsbehörde NIH hat im Haushaltsjahr 2026, das am 30. September endete, ihr gesamtes Budget für externe Förderung von rund 34 Milliarden Dollar ausgegeben, nach einem langsamen Start. Sie förderte jedoch nur etwa 58.000 Projekte, nach 61.000 im Haushaltsjahr 2025 und rund 63.700 jährlich vor der zweiten Trump-Regierung. Die Zahl kann wegen Meldeverzögerungen in der NIH-Datenbank noch etwas steigen. Die Angaben beruhen auf einer Analyse der Nachrichtenseite STAT vom 2. Oktober 2026 und sind übersetzt.
Als mögliche Ursache für die kleinere Zahl nennt STAT, dass das Weiße Haus mehr mehrjährige Förderungen im Voraus voll finanzieren lässt. Dadurch bleibt weniger Geld für neue Bewilligungen. Der Kongressdienst CRS beschreibt die Umstellung von 2025 so: Die NIH finanziert Projekte nun für ihre gesamte Laufzeit sofort statt jährlich. Das erhöhe die Budgetflexibilität, senke aber die Zahl neuer Bewilligungen. Die Erfolgsquote der Projektanträge fiel von 19 Prozent im Haushaltsjahr 2024 auf 13 Prozent im Haushaltsjahr 2025, während die Antragszahl um 13 Prozent stieg. Der Kongress deckelte daraufhin die mehrjährigen Verpflichtungen auf dem Niveau von 2025.
Verspätete, undurchsichtige Entscheidungen
In einer Umfrage und Interviews sagten Forschende laut STAT, Verzögerungen im Begutachtungsprozess bremsten ihre Arbeit und erschwerten innovative Vorhaben. Seit August 2025 verzichtet die NIH auf feste Prozentrang-Grenzen und bewertet Anträge im Rahmen einer Gesamtstrategie; das macht Entscheidungen schwerer vorhersehbar.
Bei den politischen Zielen ist die Bilanz laut STAT gemischt: Die NIH kürzte weiter Förderungen zu Gesundheitsdisparitäten, Ethnie und Herkunft, kam aber bei anderen Vorgaben der Regierung kaum voran, etwa bei einer gleichmäßigeren regionalen Verteilung und der Unterstützung von Nachwuchsforschern. Bis April 2026 kündigte das Gesundheitsministerium nach CRS-Angaben 1.392 NIH-Förderungen im Wert von 539 Millionen Dollar. Die Deckelung der indirekten Kosten auf 15 Prozent ist derzeit gerichtlich blockiert.
Einordnung: Dass das Geld vollständig ausgegeben wird, sagt wenig über seine Wirkung: Weniger Projekte und eine zuletzt gemessene Erfolgsquote von 13 Prozent (Haushaltsjahr 2025) verschlechtern die Planbarkeit. Für Startups und Kliniken, die auf NIH-Forschung aufbauen, steigt das Risiko, dass Evidenz später oder gar nicht entsteht.











