Der Berliner Investor FoodLabs hat im Dezember 2025 den dritten Fonds mit mehr als 105 Millionen Euro abgeschlossen. Zu den Kapitalgebern zählen REWE Group, Henkel und Bitburger Holding. Die Angaben stammen aus englischsprachigen Meldungen und sind übersetzt.
Gegründet wurde FoodLabs 2016 von Christophe F. Maire, der auch den Investor Atlantic Labs gegründet hat und zuvor die Unternehmen Gate5 und Plazes aufbaute; Plazes wurde von Nokia übernommen.
Venture-Studio statt reinem Kapital
FoodLabs kombiniert Beteiligungskapital mit operativer Unterstützung und Zugang zu Industriepartnern. Dieses Venture-Studio-Modell soll Unternehmen von Forschung und Prototypen zu marktreifen Produkten bringen. Der Fonds richtet sich auf Infrastruktur und Technologie des Lebensmittelsystems, auf Forschungsprobleme und auf Vorhaben an der Schnittstelle von Ernährung, Nachhaltigkeit und Gesundheit. Zu den bisherigen Beteiligungen zählen Formo (tierfreier Käse aus Präzisionsfermentation), Klim (Plattform für regenerative Landwirtschaft), Voltrac (elektrische autonome Traktoren) und Aardaia (klimaresistente alte Nutzpflanzensorten). Als Beispiel aus der Gesundheitsnähe nennt die Mitteilung BYVIDA, eine Berliner Marke für Nahrungsergänzungsmittel mit Fokus auf Haargesundheit.
Nach Angaben eines Berichts der Berliner Wirtschaftsförderung will der Fonds 25 bis 30 europäische Startups unterstützen; die Erstinvestments sollen zwischen 100.000 und 2 Millionen US-Dollar liegen. Zu den Geldgebern zählen demnach auch Konzerne wie Nestlé und Red Bull.
Einordnung
FoodLabs ist kein Digital-Health-Investor, berührt das Feld aber über Ernährung und Prävention. Für Gründer in diesem Bereich ist vor allem die Gesellschafterstruktur interessant: Mit einem Handelskonzern, einem Konsumgüterhersteller und einer Brauerei sitzen potenzielle Abnehmer im Fonds. Ob daraus klinisch belastbare Produkte entstehen, hängt davon ab, ob die Beteiligungen Wirkung nachweisen und nicht nur Konsumtrends bedienen.











