Die Förderbank NRW.BANK beteiligt sich am Biotech-Startup Phagestack aus Pulheim bei Köln. Das teilte die Bank am 9. September 2026 mit; das Investment läuft über ihr Programm NRW.SeedCon für junge Technologieunternehmen. Die Höhe der Summe nennt die Pressemitteilung nicht. Phagestack setzt auf KI und Bakteriophagen gegen antibiotikaresistente Keime und hat im September 2026 den Laborbetrieb am BioCampus Köln aufgenommen.
Bakteriophagen, kurz Phagen, sind Viren, die gezielt bestimmte Bakterien befallen. Phagestack beschreibt eine datenbasierte Plattform, die mit maschinellem Lernen und Datenbanken für schädliche Bakterien passende Phagen finden soll. Die Kandidaten werden dann im Labor überprüft. Laut der Mitteilung der NRW.BANK steht das Kapital für den Aufbau des Labors und der Kapazitäten bereit: Phagen sollen dort isoliert und charakterisiert, in vitro (im Reagenzglas) getestet, genomisch überprüft und als biologische Wirkstoffe hergestellt werden.
Team und Märkte
Gegründet wurde Phagestack 2023 von Ewald Fernbach, Jonas Fernbach und Robert Faber; Ewald Fernbach ist Geschäftsführer. Nach Angaben des Nachrichtenportals Startupvalley richtet sich das Angebot an Gesundheitswesen, Aquakultur, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Zur Teamgröße und zu klinischen Studien nennen die Quellen nichts.
NRW.BANK-Vorständin Johanna Antonie Tjaden-Schulte sagte laut Pressemitteilung, Phagestack verbinde künstliche Intelligenz mit eigener Laborforschung. Fernbach nannte die Aufnahme des Laborbetriebs „einen entscheidenden Schritt nach vorn“. Startupvalley zitiert ihn mit dem Argument, die KI-Modelle und Datenbanken würden durch Validierung im Nasslabor untermauert, sodass man Partnern umfassende Unterstützung bieten könne. Deutsche Startups führte die Beteiligung am 11. September in seinem Deal-Monitor.
Einordnung
Phagestack ist ein Frühphasen-Unternehmen mit öffentlicher Förderbank als Geldgeber; die Summe ist nicht bekannt. Entscheidend wird sein, ob die KI-gestützte Auswahl im Labor belastbare Treffer liefert und welche Folgefinanzierung das Unternehmen findet. Die Breite der Zielmärkte lässt offen, wie stark der Fokus auf der Humanmedizin liegt.











