Startups

Ovom Care: Berliner Kinderwunsch-Startup ist insolvent, Klinik in Portugal zu

Das 2024 mit 4,8 Millionen Euro finanzierte FemTech-Unternehmen verband KI-Entscheidungshilfe mit Reproduktionsmedizin; Patientinnen mussten anderweitig versorgt werden.

By Christian KloewerPosted 12. September 2026

Das Berliner FemTech-Startup Ovom Care, das digitale Technik mit Kinderwunschbehandlung verband, ist insolvent. Das meldete Deutsche Startups in seinem Wochenrückblick vom 12. September 2026. Nach Angaben des Branchendiensts FemTech Insider vom 31. August 2026 schloss auch die Klinik in Portugal, ohne Patienten, Klinikpersonal oder Gesundheitsbehörden vorab zu informieren (Quellen auf Englisch, hier übersetzt).

Ovom Care wurde als digital geprägte Kinderwunschklinik gegründet. Die Plattform trainiert laut EU-Startups Algorithmen mit Patientendaten, die Ärzte und Embryologen bei der Behandlung unterstützen sollen. Dazu kam ein Preismodell, das nach Unternehmensangaben bei ausbleibender Schwangerschaft eine Erstattung vorsah. Nach FemTech Insider bot die Klinik künstlich unterstützte Befruchtung (IVF) sowie das Einfrieren von Eizellen und Spermien an. Sie eröffnete zunächst in London und verlegte den Hauptbetrieb später nach Cascais in Portugal.

Finanzierung und Gründerteam

Im April 2024 meldete das Unternehmen laut EU-Startups eine Seed-Runde über 4,8 Millionen Euro unter Führung von Alpha Intelligence Capital, mit Ananda Impact Ventures und Merantix. Mit dem Geld sollten die Expansion in Europa, die KI-Plattform und Forschung zu reproduktiver Gesundheit finanziert werden. In den ersten Monaten habe man mehr als 100 Patientinnen und Patienten behandelt; die erste eigene Klinik in Portugal war bis Ende 2024 geplant. Gegründet wurde Ovom von Felicia von Reden (Geschäftsführerin), der Reproduktionsmedizinerin Lynae Brayboy und der Embryologin Cristina Hickman.

Hickman verließ das Unternehmen nach FemTech Insider 2024. Sie schrieb später, Menschen, Werte, Unternehmensführung und operative Erfahrung seien in diesem Feld entscheidend. Nach der Schließung boten laut dem Bericht zwei Anbieter Hilfe an: Plan Your Baby mit kostenlosen Beratungen und der Übertragung von Keimzellen, und die Klinik Avenues von Hickman mit einem Weg zur Übertragung von Patientenakten, Embryonen und Keimzellen. Die Gründe der Insolvenz nennt keine der Quellen; Angaben zu einem Verfahren in Deutschland liegen uns nicht vor.

Einordnung

FemTech Insider verweist auf die Schließung der Londoner Klinik Apricity Anfang 2025 als ähnlichen Fall. Wer Klinikbetrieb, Software und Erfolgsgarantien kombiniert, trägt klinisches, regulatorisches und finanzielles Risiko zugleich. Für Investoren zählt auch, ob Patienten bei einem Ausfall ihre Embryonen und Unterlagen sicher weiterbehandeln lassen können.

Christian Kloewer

Christian Kloewer

Tech & Startups

Christian Kloewer schreibt bei MIDO Health über Health-Tech, Startups und Finanzierungen. Er kommt aus der Kommunikation und dem Digitalgeschäft und liest Gründungen im Gesundheitswesen mit dem Blick des Machers: Was löst das Produkt, wer bezahlt dafür, und trägt das Modell?

Unsere Kooperationspartner

Wir danken unseren Partnern für die freundliche Unterstützung

esanumHelloBetterHartmannbundHealth Captains ClubmedicasTechniker KrankenkasseAMBOSSMWV Medizinisch Wissenschaftliche VerlagsgesellschaftBKK ProVitaFelix MedicusesanumHelloBetterHartmannbundHealth Captains ClubmedicasTechniker KrankenkasseAMBOSSMWV Medizinisch Wissenschaftliche VerlagsgesellschaftBKK ProVitaFelix Medicus

Mindful Doctor Konferenz