Am 25. September 2026 hat sich in den USA die Association for Direct Care vorgestellt, wie Fierce Healthcare berichtet (übersetzt). Das Bündnis aus Arbeitgebervertretern, Ärzteorganisationen und Gesundheitsunternehmen will politisch dafür werben, dass Arbeitgeber Gesundheitsleistungen häufiger direkt bei Ärzten und Kliniken einkaufen, statt über Versicherer und Vermittler. Geschäftsführer ist Taylor Hittle.
Zu den genannten Mitgliedern zählen der Hausärzteverband American Academy of Family Physicians, der Verband der Arbeitgeberkoalitionen National Alliance of Healthcare Purchaser Coalitions, der Interessenverband großer Arbeitgeber ERISA Industry Committee, das Employers' Forum of Indiana sowie die Unternehmen Nomi Health und Grounded Health. Direct Contracting bezeichnet Verträge, in denen ein Arbeitgeber mit einem Anbieter Preise und Leistungen unmittelbar vereinbart; die Rolle der Krankenkasse als Mittler entfällt oder schrumpft.
Die Ziele der Allianz: weniger Hürden für Direktverträge zwischen Arbeitgebern und Leistungserbringern, mehr Transparenz im System und Unterstützung neuer Vergütungsmodelle. Hittle sagte laut Fierce (übersetzt), Direktverträge seien ein besserer Weg, Gesundheitsleistungen einzukaufen: Sie senkten Kosten, verringerten Verwaltungsaufwand und brächten mehr Transparenz. Jenny Goins, kommissarische Präsidentin und Geschäftsführerin der National Alliance, sagte, Direktverträge gäben Arbeitgebern mehr Spielraum, Leistungen so einzukaufen, dass Kosten sinken und die Qualität steigt. Finanzierungsangaben zur Allianz wurden nicht genannt.
Den Hintergrund bilden steigende Kosten: Laut einer Umfrage der Beratung Marsh erwarten Arbeitgeber für 2027 einen Anstieg ihrer Gesundheitsausgaben um 8,2 Prozent, den stärksten seit 2003 (Fierce Healthcare, Marsh-Umfrage, übersetzt). Auch die Politik beschäftigt sich mit dem Thema: Am 1. Juli 2026 befasste sich ein Unterausschuss des Repräsentantenhauses für Bildung und Arbeit in einer Anhörung mit Direktverträgen unter dem Titel „Direct Contracting: A Prescription for Lower Health Care Costs“ (Webseite des Ausschusses).
Für Health-Tech-Anbieter ist das Feld relevant: Plattformen, die Preise abbilden, Verträge abwickeln und Abrechnung ohne klassischen Versicherer organisieren, profitieren, wenn Direktverträge regulatorisch einfacher werden. Nomi Health arbeitet in diesem Segment und ist selbst Mitglied der Allianz.
Einordnung: Die Gründung zeigt, dass sich die Befürworter von Direktverträgen organisieren und die Politik gezielt adressieren. Die genannten Vorteile sind Aussagen der Mitglieder, nicht unabhängig belegt; konkrete Gesetzesvorlagen nennt die Allianz bislang nicht. Für Investoren und Anbieter bleibt Direct Contracting ein Segment mit Rückenwind, aber ohne gesicherte Regulierung.











