Die US-Behörde Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) hat am 25. September 2026 eine Partnerschaft mit 37 Bundesstaaten angekündigt. Unter dem Namen „Investing in Health Outcomes“ soll die Qualitätsmessung in Medicaid, dem staatlichen Programm für einkommensschwache Menschen, und im Kinderprogramm CHIP stärker auf Gesundheitsergebnisse ausgerichtet werden. Die Staaten gelten als Gründungspartner und unterzeichnen eine Selbstverpflichtung mit vier Grundsätzen (laut CMS-Mitteilung, übersetzt).
Ausgangspunkt ist eine Analyse der CMS vom Mai 2026. Sie untersuchte 42 Bundesstaaten und fand rund 450 Berichtspflichten, die sich auf etwa 260 unterschiedliche Qualitätskennzahlen verteilen. Die Definitionen weichen voneinander ab: Für die Kontrolle von Diabetes gelten in den Staaten unterschiedliche Schwellenwerte beim HbA1c, dem Langzeitblutzuckerwert. Das erschwert Vergleiche zwischen den Staaten und bindet Personal in der Verwaltung.
Die vier Grundsätze
- Gesundheitsergebnisse statt Verfahrensschritte, mit Schwerpunkt auf Prävention, chronischen Erkrankungen und psychischer Gesundheit.
- Weniger Kennzahlen, um den Berichtsaufwand zu senken, ohne die Rechenschaftspflicht aufzugeben.
- Digitale Qualitätsmessung mit zeitnahen Daten.
- Finanzielle Verantwortung, die an ergebnisorientierte Kennzahlen gekoppelt ist.
Der CMS-Administrator sagte laut Mitteilung (übersetzt), Medicaid habe gemessen, ob Kästchen abgehakt wurden, statt ob Patientinnen und Patienten gesünder werden. Oklahomas Gouverneur Kevin Stitt erklärte: „Wenn man Ergebnisse belohnt, sieht man Verbesserung.“ Utahs Gouverneur Spencer Cox sagte, wenn Erfolg an tatsächlichen Gesundheitsergebnissen statt an ausgegebenem Geld gemessen werde, gewännen Staatshaushalt und Gemeinden.
Als nächster Schritt sind Workshops zur Priorisierung von Kennzahlen, zu wertbasierten Vergütungsmodellen und zur Umsetzung der digitalen Qualitätsmessung geplant. Verbindliche Fristen, Fördersummen oder eine Liste der künftigen Kennzahlen nennt die CMS in der Ankündigung nicht.
Einordnung: Für Health-Tech-Anbieter ist vor allem der dritte Grundsatz interessant: Wer Qualitätsdaten aus Klinik- und Praxissystemen zeitnah liefern kann, könnte von einer Abkehr von der nachträglichen Auswertung von Abrechnungsdaten profitieren. Ob daraus Aufträge werden, hängt davon ab, welche Kennzahlen die Staaten tatsächlich übernehmen und ob Vergütung daran gebunden wird. Bis dahin ist die Initiative eine Absichtserklärung, aber ein Signal für die Richtung der Regulierung in einem Markt, in dem Medicaid ein großer Zahler ist.











