BorderPlus, 2025 gegründet und in Mumbai ansässig, vermittelt Pflegefachpersonen aus Indien, Brasilien und den Philippinen an deutsche Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Parallel verkauft das Unternehmen zwei KI-Anwendungen als Software-as-a-Service, also als Abo-Software, unabhängig von der Vermittlung. Für Betreiber, die gegen den Personalmangel antreten, ist das eine Kombination aus Rekrutierung und Entlastung.
Die Plattform begleitet den gesamten Prozess: KI-gestützte Sprachausbildung, kulturelle Integration, Visum, Anerkennung der Abschlüsse und Umzug. In Indien betreibt das Unternehmen sogenannte Finishing Schools an mehreren Standorten. Gründer sind Mayank Kumar und Ayush Mathur. 2025 übernahm BorderPlus den deutschen Vermittler Onea Care; für fünf bis zehn Zukäufe in Indien, Deutschland und weiteren Märkten hatte das Unternehmen nach Branchenberichten zehn Millionen US-Dollar vorgesehen. Kliniken und Einrichtungen zahlen eine Servicepauschale für Recruiting, Sprachausbildung und Integrationsbegleitung.
BorderPlus trägt das RAL-Gütezeichen „Fair Recruitment Healthcare Germany“, dessen Inhaber das Bundesgesundheitsministerium ist. Es verlangt unter anderem, dass die Anwerbung für die Pflegekräfte kostenfrei ist (Employer-Pays-Prinzip), und sieht unabhängige Prüfungen vor.
Companion ist ein Sprachlernwerkzeug für den klinischen Alltag. In einer 20-wöchigen Praxisphase an einer deutschen Klinik steigerten international rekrutierte Pflegefachpersonen ihre selbstgesteuerte Lernaktivität um 183 Prozent, ohne feste Unterrichtszeiten und vollständig im Arbeitsalltag.
CarePilot erstellt MDK-konforme Pflegeberichte per Spracheingabe; MDK steht für den früheren Medizinischen Dienst der Krankenkassen. In einer sechswöchigen Testphase mit 25 Pflegefachpersonen sank die Dokumentationszeit von bis zu 20 Minuten auf unter zwei Minuten pro Bericht. Das Unternehmen schätzt die Einsparung auf rund 4.000 Euro pro Pflegekraft und Jahr. Alle Zahlen stammen von BorderPlus und sind nicht unabhängig geprüft.
Einordnung
BorderPlus setzt auf ein Doppelmodell, bei dem die Vermittlung Kunden gewinnt und die Software wiederkehrende Umsätze liefern soll. Offen bleibt, ob die Testwerte mit 25 Personen im größeren Rahmen halten und wie sich die Pauschalen gegenüber Wettbewerbern behaupten. Die Kombination aus zertifizierter Fairness und messbarer Entlastung ist ein glaubwürdiges Verkaufsargument, ersetzt aber keine unabhängige Evaluation.











