Das Berliner Startup voize, das eine App zur Pflegedokumentation per Spracheingabe entwickelt, hat im November 2025 in einer Series A 50 Millionen US-Dollar eingesammelt. Angeführt wird die Runde von Balderton Capital, beteiligt sind HV Capital, Redalpine und Y Combinator. Mit dem Geld soll die KI-Technik weiterentwickelt, die Expansion in Europa beschleunigt und der Einstieg in den US-Markt vorbereitet werden.
voize wurde 2020 von Fabio Schmidberger, Marcel Schmidberger und Erik Ziegler gegründet. Fabio Schmidberger ist Geschäftsführer. Er verweist darauf, dass viele Pflegekräfte ihren Beruf wegen des Verwaltungsaufwands verlassen. Hier setzt das Produkt an: Pflegekräfte sprechen ihre Beobachtungen ein, das System wandelt sie in strukturierte Einträge für die Dokumentation um. Die Anwendung läuft lokal auf dem Smartphone und braucht keine dauerhafte Internetverbindung, was in Einrichtungen mit schwachem Empfang von Vorteil ist.
Zu den Zahlen: Nach Unternehmensangaben nutzen mehr als 1.100 Pflegeeinrichtungen in Deutschland und Österreich die Lösung, mehr als 75.000 Pflegekräfte arbeiten damit. Pro Schicht sollen sie bis zu 30 Prozent ihrer Zeit sparen; in der Berichterstattung wird dazu eine Untersuchung der Charité genannt. Es handelt sich um Herstellerangaben, die wir nicht unabhängig prüfen konnten.
Welche Investoren neben Balderton beteiligt sind und wie sich das Produkt im Detail darstellt, steht in den Meldungen zur Runde. Weitere Angaben zu Bewertung oder Umsatz wurden nicht genannt.
Einordnung
Die Runde zeigt, dass Investoren die Dokumentationslast in der Pflege als skalierbares Problem sehen. Für Träger zählt, ob die versprochene Zeitersparnis in ihren Häusern ankommt und ob sich die Lösung in bestehende Dokumentationssysteme einfügt. Ob der Schritt in den US-Markt gelingt, bleibt abzuwarten.











