Das Startup Paula will Stürze älterer Menschen erkennen, ohne dass diese Kameras dulden oder einen Notrufknopf tragen müssen. Dazu wertet ein Adapter am Smart Meter, dem digitalen Stromzähler, die Stromdaten eines Haushalts mit künstlicher Intelligenz aus. Das System ruft nach Unternehmensangaben automatisch und diskret Hilfe, wenn die Betroffenen es selbst nicht mehr können. Angehörige sollen im Ernstfall rasch informiert werden.
Das Unternehmen verweist darauf, dass Stürze mit rund 85 Prozent die häufigste Unfallursache bei Menschen über 65 sind. Besonders riskant seien unbemerkte Stürze bei Alleinlebenden, ein massives Gesundheits- und Kostenrisiko. Die Zahl stammt vom Anbieter und wird hier nicht unabhängig bestätigt.
Das Produkt besteht aus der Smartphone-App Paula.Care für iOS und Android und der Paula-Box, einem Adapter, der am Smart Meter angebracht wird. Genutzt wird die vorhandene Smart-Meter-Infrastruktur; Kameras oder ein getragener Notrufknopf sind nicht nötig. Grundlage ist eine skalierbare IoT-Plattform (Internet der Dinge) und eigens auf Mustererkennung trainierte KI-Modelle.
Das Erlösmodell ist zweigeteilt: Das Startup nennt einmalig 195 Euro brutto für die Hardware pro Haushalt und laufend 19 Euro pro Monat. Das Produkt gilt nach Unternehmensangaben als validiert, der Markteintritt stehe bevor, danach die Skalierung. Zu Gründern, Investoren und Finanzierung nennt die Quelle nichts.
Einordnung
Der Ansatz hat einen klaren Vorteil: Er verlangt von den Betroffenen kein Verhalten, und der Datenschutz ist einfacher zu vermitteln als bei Videoüberwachung. Offen ist die Zuverlässigkeit: Ob Stromdaten zwischen Sturz, Krankenhausaufenthalt oder Urlaub unterscheiden können, entscheidet über Fehlalarme und Vertrauen; belegt sind Genauigkeit und Zahl der Kunden bisher nicht. Zudem hängt das Modell an der Verbreitung von Smart Metern. Wer Angehörige und Pflegedienste überzeugt, könnte eine Lücke zwischen Hausnotruf und Pflegeheim besetzen.











