Die Kombination der personalisierten T-Zell-Therapie Lifileucel mit Pembrolizumab hat in einer Phase-II-Studie bei fortgeschrittenem Melanom eine objektive Ansprechrate von 62,5 Prozent erreicht. Bei 29,2 Prozent verschwanden alle messbaren Tumorläsionen. Wegen der kleinen, nicht kontrollierten Studie bleibt der Vergleich mit der heutigen Erstlinientherapie jedoch offen.
Lifileucel besteht aus tumorinfiltrierenden Lymphozyten, kurz TIL. Dafür wird Tumorgewebe operativ entnommen, die darin enthaltenen patienteneigenen T-Zellen werden industriell vermehrt und anschließend einmalig infundiert. Entwickelt wird die Therapie vom US-Unternehmen Iovance Biotherapeutics. Pembrolizumab blockiert den Immuncheckpoint PD-1 und soll die körpereigene Abwehr gegen den Tumor unterstützen.
In die Kohorte IOV-COM-202 wurden 27 Erwachsene mit nicht operierbarem oder metastasiertem Melanom aufgenommen, die zuvor keinen Checkpoint-Inhibitor gegen die fortgeschrittene Erkrankung erhalten hatten. Für die Wirksamkeitsanalyse waren 24 Personen auswertbar, deren Zellprodukt die vorgegebenen Herstellungskriterien erfüllte und die eine ausreichende Zellzahl erhielten.
15 der 24 Behandelten sprachen auf die Kombination an, darunter sieben vollständig und acht teilweise. Die Krankheitskontrollrate einschließlich stabiler Verläufe lag bei 83,3 Prozent. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 26,9 Monaten war die mediane Dauer des Ansprechens noch nicht erreicht. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 19,8 Monate; das mediane Gesamtüberleben war nach einer medianen Studienbeobachtung von 50,9 Monaten ebenfalls noch nicht erreicht.
Die Behandlung ist deutlich aufwendiger als eine gewöhnliche Antikörpertherapie. Nach der Tumorentnahme und Zellherstellung erhielten die Teilnehmenden zunächst Pembrolizumab, dann eine lymphozytensenkende Chemotherapie mit Cyclophosphamid und Fludarabin, die Lifileucel-Infusion sowie bis zu sechs hoch dosierte Gaben Interleukin 2. Pembrolizumab wurde anschließend weitergeführt.
Die Toxizität spiegelt diesen intensiven Ablauf wider. Schwere Thrombozytopenien traten bei 66,7 Prozent auf, schwere Neutropenien bei 55,6 Prozent und schwere Anämien bei 48,1 Prozent. Eine Person starb an einer Sepsis. Damit erfordert die Therapie spezialisierte Zentren mit Zelltherapie-, Intensiv- und Infektionskompetenz.
In den USA ist Lifileucel seit 2024 beschleunigt für bereits vorbehandelte Erwachsene mit fortgeschrittenem Melanom zugelassen. In der Europäischen Union besteht keine Zulassung; ein erster Antrag wurde 2025 zurückgezogen. Die nun untersuchte Kombination in der Erstlinie ist ebenfalls nicht zugelassen. Eine laufende Phase-III-Studie vergleicht Lifileucel plus Pembrolizumab direkt mit Pembrolizumab allein.
Einordnung: Die Tiefe und Dauer der beobachteten Antworten rechtfertigen die randomisierte Prüfung. Für eine Verlagerung in die Erstlinie müssen aber Zusatznutzen, schwere Toxizität, Herstellungssicherheit und die Kapazität spezialisierter Zentren gemeinsam bewertet werden.











