GOe FUTURE ist als Startup Factory für Life Sciences gestartet. Die Initiative bündelt Hochschulen und Forschungseinrichtungen zwischen Göttingen, Hannover und Braunschweig, mit dem Ziel, mehr Ausgründungen in Medizin, Medizintechnik und Ernährungswirtschaft hervorzubringen. Sie gehört zu zehn Startup Factories, die das Bundeswirtschaftsministerium im Wettbewerb ausgewählt hat.
Die Finanzierung ist auf fünf Jahre angelegt: Der Bund steuert nach Angaben der Universitätsmedizin Göttingen 10 Millionen Euro bei, weitere 10 Millionen Euro sollen aus privatem Kapital kommen, insgesamt also 20 Millionen Euro. Das Programm folgt dem Vorbild von UnternehmerTUM in München und läuft innerhalb der EXIST-Förderlinie für Gründungen aus der Wissenschaft.
Zu den Partnern zählen die Universitätsmedizin Göttingen, das Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin. Die Initiative geht auf frühere Kooperationen von Universitätsmedizin Göttingen, Sartorius und der Life Science Factory zurück. Geschäftsführer ist Sven Wagner, den Beirat leitet die Medizinerin und Biotech-Gründerin Elisabeth Zeisberg von der Universitätsmedizin Göttingen. Fachlich deckt die Factory grüne Life Sciences, rote Life Sciences (Medizin und Pharma) und Medizintechnik ab. Die Zahl der beteiligten Einrichtungen nennen die Quellen unterschiedlich: Die Startup-Meldung spricht von 15, die Universitätsmedizin von 13.
Die Ziele sind messbar formuliert. Binnen fünf Jahren soll die Zahl der Gründungen auf mehr als 100 pro Jahr steigen und sich die Zahl der Life-Science-Startups in der Region verdreifachen. Niedersachsen soll sich damit als europäischer Innovationsstandort positionieren. Wie viele Gründungen die Region heute zählt, geht aus den Unterlagen nicht hervor; die Verdreifachung lässt sich daher noch nicht an einer Ausgangszahl prüfen.
Der Ansatz reagiert auf ein bekanntes Problem. Gründen in den Life Sciences ist besonders anspruchsvoll: Entwicklungszeiten sind lang, die Risiken hoch, der Kapitalbedarf groß. Eine Software-Idee lässt sich mit wenig Geld testen, ein Wirkstoff oder ein Medizinprodukt braucht Studien, Zulassung und Jahre Vorlauf. Eine Factory soll diese Hürden senken, indem sie Forschungsergebnisse, Gründerteams und Geldgeber systematisch zusammenbringt.
Einordnung
Die Kombination aus staatlichem Zuschuss und der angestrebten privaten Beteiligung in gleicher Höhe ist der eigentliche Test: Gelingt es, 10 Millionen Euro von Investoren einzuwerben, spricht das für Vertrauen in die Pipeline. Für Gründerinnen und Gründer aus der Medizin ist ein regionaler Ansprechpartner mit Zugang zu Kliniken und Laboren ein konkreter Vorteil. Ob die Zielmarke von mehr als 100 Gründungen im Jahr erreichbar ist, wird sich an den ersten Kohorten zeigen.











