Benoit Creveau, Geschäftsführer von Daiichi Sankyo Deutschland, bestätigt das Festhalten an einem Investitionsprojekt von rund einer Milliarde Euro am Standort Pfaffenhofen an der Ilm in Bayern. Die Investitionsentscheidung geht nach dem Health‑Relations‑Porträt vom 24.09.2026 auf das Jahr 2019 zurück; die Pressemitteilung von Daiichi Sankyo vom 15.02.2024 konkretisierte den Umfang: zusätzliche Produktionskapazitäten, neue Labor‑ und Qualitätssicherungsflächen sowie ein Ausbau der Kapazitäten für Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugate (ADC).
Laut derselben Pressemitteilung soll ein neues ADC‑Gebäude bis Ende 2026 fertiggestellt werden, der Ausbau bis spätestens 2030 abgeschlossen sein, und das Unternehmen will mindestens 350 neue Arbeitsplätze schaffen. Im Porträt vom 24.09.2026 schildert Creveau sowohl operative Maßnahmen als auch seine Bedenken gegenüber den aktuellen politischen Rahmenbedingungen. Das Porträt verweist dabei auf das Beitragsstabilisierungsgesetz. Creveau wird dort wörtlich zitiert: „Wenn wir diese Entscheidung im aktuellen Rahmen, den das Gesundheitswesen in Deutschland bietet, erneut treffen müssten, bin ich mir unsicher, ob wir sie wieder so treffen würden.“
Für Entscheider im Health‑Tech‑Ökosystem sind zwei Aspekte zentral: Erstens signalisiert das Projekt eine weitere Verlagerung von Fertigung und translationaler Entwicklung nach Deutschland und eine Fokussierung auf Onkologie‑Produktion. Zweitens warnt Creveau vor der Wirkung unklarer regulatorischer und vergütungsbezogener Reformen auf die Investitionsbereitschaft; Health Relations berichtet zudem, dass andere Wettbewerber 2026 Kürzungen ihrer Deutschland‑Investitionen angekündigt haben.
Operativ beschreibt Creveau Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und ‑entwicklung: interne Entwicklungsprogramme, Social Days und eine Partnerschaft mit der Stiftung Pfennigparade für das Programm »Entrepreneurship Inklusiv« nennt das Porträt als Beispiele. Diese Schritte zielen darauf ab, Fachkräfte für anspruchsvolle Fertigungs‑ und Forschungsaufgaben zu gewinnen und zu halten.
Für Investoren, Klinikmanager und Gründer bedeutet das: Wer in Produktion, klinische Forschung oder Versorgungstechnologien investieren will, muss politische Reformvorhaben, Erstattungsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen aktiv beobachten und in Szenarien für Planungs‑ und Marktzugangsrisiken einpreisen. Technologische Stärken allein garantieren keinen skalierbaren Markterfolg ohne klare wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Service:
- Wesentliche Angaben zur Investition: Pressemitteilung Daiichi Sankyo, 15.02.2024. Link: https://www.daiichi-sankyo.de/presse/presseinformationen/news-details/daiichi-sankyo-investiert-ca-eine-milliarde-euro-in-deutschland-standort-pfaffenhofen-bayern-wird-zu-internationalem-innovationszentrum-ausgebaut/
- Porträt: Health Relations, 24.09.2026; Investitionsentscheidung 2019. Link: https://www.healthrelations.de/whos-who/benoit-creveau-daiichi-sankyo/
- Ort: Pfaffenhofen an der Ilm, Bayern, Deutschland.
Einordnung
Das Pfaffenhofen‑Projekt stärkt Deutschlands Rolle in der Onkologie‑Fertigung und der translationalen Forschung. Ohne verlässlichere politische Rahmenbedingungen könnte jedoch die Bereitschaft zu vergleichbaren Großinvestitionen künftig sinken.











